Gasbaustelle: B236 bleibt deutlich länger dicht

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Großes Gerät muss derzeit an der Baustelle an der B236 in Altena tätig werden.

Schlechte Nachrichten: Die B236 bleibt in Altena deutlich länger gesperrt als geplant. Es gab Überraschungen im Untergrund.

Altena – Ab  19. September sollte wieder freie Fahrt auf der Bundesstraße 236 zwischen Altena und Werdohl herrschen – nach rund fünf Monaten Vollsperrung. So hatte es noch Anfang August geheißen. 

Jetzt ist dieser Zeitplan hinfällig geworden. Fahrer müssen einen weiteren Monat erhebliche Umwege in Kauf nehmen. Überraschungen im Erdreich sind die Ursache. 

Baustelle an der B236 in Altena: "Bauwiderstände" im Untergrund

Der Fernleitungsbetreiber Open Grid Europe (OGE) erneuert an der B 236 auf einer Länge von rund 900 Metern seit Anfang April einen Teil der Südwestfalen-Hochdruckgasleitung. Und dabei stießen die Bauarbeiter nun, kurz vor dem geplanten Ende der Arbeiten, nach Angaben von Andreas Lehmann, Sprecher des Netzbetreibers Open Grid, auf zwei nicht vorhersehbare „Bauwiderstände“. 

Einerseits wurde in Höhe einer ehemaligen Schraubenfabrik an der Werdohler Straße 73 ein Kellergewölbe entdeckt, das früher Gebäude beiderseits der Straße unterirdisch miteinander verband. 

Felsen und ein altes Kellergewölbe fanden die Arbeiter im Untergrund.

Andererseits ist unterhalb der B 236, wiederum an der Werdohler Straße, zwischen der Hausnummer 58 und der Hausnummer 68 unmittelbar unter der Asphaltdecke ein 40 Meter langer Felsabschnitt entdeckt worden. 

Baustelle an der B236 in Altena: Schweres Gerät frisst sich in Felsen

Das Gestein lag hier blank und bildete den einzigen Unterbau der Straße. So baut man heute nicht mehr. Um damit fertig zu werden und den Felsen zu entfernen, kam schweres Arbeitsgerät zum Einsatz. 

Der Neuaufbau der Fahrbahn mit der unterirdisch verlaufenden Gasleitung erfordert eine gewisse „Überdeckung“, wie Fachleute es nennen. 

Es muss also wegen der hohen Verkehrsbelastung genügend Erdreich über der Leitung liegen. Der Open-Grid-Sprecher erinnert in diesem Zusammenhang an eine alte Bergmannsweisheit, die auch im Straßenbau gilt: „Vor der Schüppe ist es dunkel.“ Manches sei eben nicht vorhersehbar. „Wir sind erst vor einigen Tagen darauf gestoßen.“ 

Baustelle an der B236 in Altena: Lückenhafte Unterlagen

Es zeige sich leider immer wieder, dass man bei solchen Projekten auf unbekannte Hindernisse im Untergrund stößt. Ein Grund: „Je weiter man in der Historie zurückgeht, desto lückenhafter werden die Unterlagen.“ 

Dass es im Straßenbau immer wieder unliebsame Verzögerungen geben kann, davon kann auch Karl-Josef Fischer, Sprecher von Straßen.NRW, ein Lied singen. 

„Da kann man schon Überraschungen erleben, weil manches nicht dokumentiert ist. Das verursacht dann natürlich Mehrkosten und verlängert die Bauzeit.“ 

Baustelle an der B236 in Altena: Geplagte Fahrer im Lennetal

Fischer weist zugleich darauf hin, dass, wenn es um Versorgungsleitungen für Gas, Wasser oder Strom geht, der jeweilige Betreiber seine Unterlagen selbst pflegen muss. 

Dass viele Verkehrsteilnehmer, ob Auto-, Motorrad- oder Lastwagenfahrer, enttäuscht sind, weil die zeitraubenden und nervenbelastenden Umleitungen jetzt noch länger gefahren werden müssen, kann man sich bei OGE ausmalen: „Wir bitten die Verzögerung und die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen“, sagt Andreas Lehmann. „Wir hoffen natürlich, dass wir wirklich bis zum 16. Oktober alles schaffen."

Zwischenzeitlich sorgte die Verkehrsführung für Radfahrer an der B236 für Ärger.

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