Wolfewicz schaltet einen Gang runter

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Altena – Mit einem leicht abgespeckten Programm geht Karsten Wolfewicz in eine neue Saison im Garten der Geschichte: Zwischen Februar und November 2020 wird er sechs Abendveranstaltungen anbieten.

 Zwei davon sind für das Altenaer Punlikum neu, weil sie noch nicht aufgeführt werden konnten: Die Rede ist von einem Abend „Bauhütte“ und einem weiteren zum Thema „Grimm“. Ein „heißes Eisen“ verspricht Wolfewicz zudem für den April, der sich dem Thema Oseberg widmet. Das ist ein Wikingerschiff, das in den Jahren 1904 und 1905 in Norwegen ausgegraben wurde. „Es geht um das Rendezvous zweier Jahrtausendfunde“, sagte Wolfewicz. 

Das eine ist ein Meisterstück aus Eiche, gebaut etwa um das Jahr 820, das andere ein altnordischer Schöpfungsbericht auf Pergament: Die Edda mit ihrer „Weissagung der Seherin.“ „Wir segeln abgründig tief in das Weltbild der Wikingerzeit“, verspricht Wolfewicz seinen Gästen. Vor dem Stoff der Edda hat er Respekt: „Jeder Stabreim der Weissagung erscheint so überzeitlich gereift, wie die Bauweise ihres reich verzierten Mastenhirsches.“

 Wenn Wolfewicz das Thema Bauhütte aufgreift, geht es um grundsätzliche Entscheidungen, nämlich um das Abenteuer Burgenbau: Die Wahl des richtigen Platzes, um Gräben und Zugbrücken, um die Arbeit der Werkmeister und Tüncher. Auch von den Steinbrücken derer von Holtzbrinck wird dann die Rede sein. 

Los geht es allerdings mit einem anderen Thema, mit „Hünenland“, das Wolfewicz am 25. Fbruar betreten wird. Hierbei geht es um die Vorgeschichte Westfalens, um Schwertmeister Hildebrand und die Nibelungen. Wolfewciz taucht ein in Abbilder des Himmels, „gewaltiger als alles bisher bekannte aus der Megalithzeit“, will dem Publikum uralte Landschaftsnamen nahebringen, „wenn Sagenforschung, Verhaltenskunde, Runenwissen, Astronomie und Archäologie ineinandergreifen.“ 

Es sei an der Zeit gewesen, „einfach mal einen Gang runterzuschalten“, findet der Künstler. Dies gelte auch vor dem Hintergrund, „dass die Burg Holtzbrinck einer neuen Ära entgegengeht“, erinnert Wolfewicz an die umfangreichen Arbeiten zur Sanierung des Gebäudes und zur Erneuerung der technischen Ausstattung. Es gelte jetzt zunächst, den neuen Technikstand zu verinnerlichen.“ Da passe ein etwas gestrafftes Programm ganz gut.

 „2012 habe ich auch mit sechs Abenden angefangen“, erinnert sich der Künstler an die Zeit, als er sein Geschichtsgartenprojekt auf die Reise brachte. Mit der Sage König Artus beschäftigt sich der Garten der Geschichte dann im kommenden Sommer. Am 30. Juni möchte Wolfewicz einem kühnen Plan folgen: „Wir reiten durch die Kindheit Europas, folgen den römischen Legionen nach Schottland.“ Die historischen und literarischen Schichten des Artus-Mythos werden schrittweise sichtbar gemacht.“

 Wolfewicz verrät in diesem Zusammenhang auch, wie er die berühmte Tafelrunde sieht. „Als ruhende Mitte einer ritterlichen Idealwelt, die sich als Traum in den Seelen der Mächtigen verankert.

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