Die ganze Welt hört mit

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Hans-Dieter Philipp ist mit Leib und Seele Amateur-Funker und gehört dem örtlichen Club an. ▪

von Johannes Bonnekoh ALTENA - Vier Antennen stehen auf dem Dach von Hans-Dieter Philipp. Sie sind quasi die unsichtbare Verbindung in die ganze Welt, denn der 73-Jährige ist seit 33 Jahren Amateur-Funker mit Leib und Seele.

Lange bevor es das Internet ermöglichte mit einem Klick über Meere und Kontinente zu springen, waren es Amateurfunker, die sich ein weltweites Informationsnetz aufbauten. Und ein bisschen daran mitgeknüpft hat eben auch Hans-Dieter Philipp, der aktives Mitglied im örtlichen Deutschen Amateur-Radio-Club Altena (DARC) ist. Er sei schon immer ein Bastler und Tüftler gewesen und baute sich sein Equipment „natürlich selbst“, denn „Amateurfunker sind immer Versuchsfunker.“

„Der Sonntag ist ein ganz besonderer Tag“, fügt der gelernte Ingenieur an. „Wir begehen rund um den Globus den Weltamateurfunktag.“ Erinnert wird daran, dass trotz modernster Technik und Telekommunikation der Amateurfunk die Ressource für Not- und Katastrophenkommunikation ist und bleibt. „Gibt es Überschwemmungen, Erdbeben oder Stromausfall genügt uns eine Batterie auf 12-Volt-Basis, um per Äther Hilfe aus der ganzen Welt zu holen.“

Funken und Senden, sich im weltweiten Äther tummeln, das ist nicht so ohne weiteres möglich. Es gibt natürlich Regeln, und die sind streng. So dürfen weder politische, religiöse, diskriminierende oder kommerzielle Inhalte verbreitet und gesendet werden. Und jeder Amateurfunker muss Lizenzprüfungen vor der Oberpostdirektion ablegen – früher gehörte sogar noch eine eigene Morseprüfung dazu – und erhält dann lebenslang sein amtliches Funker-Kennzeichen.

„Amateurfunker nennen im Äther bei der Kontaktaufnahme nur ihren Vornamen und eine Beurteilung des Funksignals des Gesprächspartners. Mehr ist nicht nötig“, sagt Philipp, den man weltweit unter HansDF9DP kennt. Das ist und bleibt – so heißt es in der Funkersprache – sein ureigenstes Rufzeichen. Philipp nennt Funken „das schönste Hobby der Welt“, weil es weltumspannend ist. Man hat Kontakte in jedem Erdteil, Freunde in Asien, Afrika oder Amerika. Und obwohl jeder seine eigene Muttersprache hat, Funker sprechen immer eine Sprache, zum Teil mit internationalen Abkürzungen. Wer ,tx?‘ sendet, meint damit, wie ist das Wetter bei euch? Und wer sich mit ,om‘ vorstellt, ist immer als Mann zu identifizieren.“ Aus Liebhaberei belegte der Altenaer immer wieder Sprachkurse, erlernt momentan vier neue Fremdsprachen. Übrigens: Anders als der Internetnutzer zahlt ein Funker nur eine geringe Gebühr an die Bundesnetzagentur. Läuft seine Anlage störungsfrei für TV oder Radio-Geräte und birgt auch für Herzschrittmacher keine Gefahren, kann er stundenlang kostenlos weltumspannend agieren.

Zurück zum Weltamateurfunktag: Auch DARC-Mitglieder beteiligen sich an einer simulierten Notübung. „Denn“, sagt Philipp noch einmal mit Nachdruck: „Amateurfunk ist die Ressource in der Not- und Katastrophenkommunikation.“

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