Gäste aus Weißrussland neugierig auf Altena

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Stadtplaner Roland Balkenhol (r.) erläuterte den Stadtumbau der Stadt Altena.

ALTENA - 20 Stunden saßen sie im Bus. An den Grenzen ging alles klar, noch etwas müde, aber voller Interesse über Leben und Wohnen in ihrer Sauerländer Partnerstadt, erlebten gestern 37 Gäste aus Pinsk, Weißrussland, erstmals Altena.

Sie waren einer Einladung des Städtepartnerschaftskreises um Ulla Klüppel gefolgt, die sich seit 17 Jahren um eine jährliche Ferienmaßnahme mit unterschiedlichen Zielgruppen aus Weißrussland kümmert. „In diesem Jahr haben wir viele Kinder, Mütter und Großmütter zu Gast“, sagte sie auf der Lenneuferpromenade. In Höhe der Baustelle zu den Lenneterrassen stellte Stadtplaner Roland Balkenhol die Pläne und Ideen der Stadtentwicklung an dieser Stelle vor. Der Rathaus-Beamte sprach dieses Mal nicht in Englisch zu seinen Gästen, mit Irina Artichuk und einer weiteren Kollegin waren zwei junge Frauen in der Gruppe, die excellent deutsch sprechen und als Übersetzer fungierten. Ein wenig staunten insbesondere die Kinder über Altenas Drahtbäume, die, das unterstrich auch Ulla Klüppel stolz, „wohl einzig auf der Welt sind“.

Nach einem Gang durch die Stadt mit Einkehr im Eiscafé zeigte Balkenhol den Pinsker Gästen noch das Stadtbüro 2015 und erläuterte die Pläne zum Burgaufzug. Höhepunkt der kleinen Stadtbesichtigung aber war die Erkundung des Stollens mittels Taschenlampen und Helmen. Besonders die Kinder hatten ihren Spaß an dieser Art der Stadtbesichtigung und Ulla Klüppel hatte extra noch eine kleine weißrussische Gruselgeschichte heraus gesucht, die zusätzlich für etwas Pepp sorgte.

Über den Nalshof stiegen die Weißrussen dann zur Burg auf. „Ich freue mich, wenn wir endlich, endlich den Aufzug haben“, sagte Ulla Klüppel. Doch oben, auf den Zinnen über dem Lennetal, war dann die Anstrengung des Aufstieges fast wieder vergessen. Auch dort waren es insbesondere die Kinder, die von der Burg Altena, aber auch den angegliederten Museen, regelrecht aus dem Häuschen waren.

Begleitet wird die Gruppe, die sich gestern früh noch in einer Kleiderkammer neu einkleidete, von einer Ärztin, einer geprüften Reiseleiterin und zwei Übersetzerinnen. Auf Vermittlung der Altenaer Partner werden die knapp drei Wochen Aufenthalt in Deutschland mit einem einwöchigen Aufenthalt auf der Nordseeinsel Juist ausklingen.

Ulla Klüppel dankte gestern allen Gastfamilien und Sponsoren, die diese Einladung erst möglich gemacht haben. Und sie erinnerte einmal mehr an die schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse in Pinsk. Sie und weitere Mitglieder des Altenaer-Pinsk-Komitees hatten sich davon zuletzt vom 13. bis 22. Mai selbst vor Ort ein Bild gemacht.

von Johannes Bonnekoh

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