Der Eisberg kommt als Dessert

Edward John Smith glaubte nicht an den Untergang des Schiffes, als er seine Gäste zum Kapitänsdinner begrüßte. Foto: Hornemann

Altena - Nein, Edward John Smith glaubte wahrhaftig nicht an den Untergang der Titanic, als er am Samstagabend 36 Gäste zum exklusiven Captain’s Dinner in den Rittersaal der Burg Altena einlud. Dazu gab es auch gar keinen Grund, denn die Kombüse hatte ein Gala-Menü bereitet und das Orchester spielte zauberhafte Begleitmusik.

Was hätte da schon schief gehen sollen? Baupläne und großformatige Zeitungsberichte hatte der Kapitän mitgebracht, um den Erste-Klasse-Passagieren die Unsinkbarkeit und und die extrem hohen Standards der Titanic zu präsentieren. „Heute ist alles vom Feinsten!“ rief er seinen eintreffenden Gästen bereits von der Kommandobrücke aus zu. Die verließen das Deck des oberen Burghofs in der untergehenden Abendsonne und freuten sich über die pompöse Begrüßung vom Treppenabsatz des Pulverturms aus.

Vom Elend der dritten Klasse war nichts zu verspüren, als Mitglieder des Märkischen Jugendsinfonieorchesters feine Streicherklänge spielten und die Gesellschaft in feiner Abendrobe Platz nahm. Gereicht wurden Rinderkraftbrühe mit Eierstich, Lachstatar auf schwarzem Brot, Pastete von der Kalbsleber und Wildkräutersalat und eine Entenbrust auf Orangenspiegel mit Herzoginkartoffeln.

Zwischen den Gängen trat neben Edward John Smith auch dessen treuer Heizer Richard auf die Bühne im Rittersaal, um das Publikum mit kleinen Kammerstücken zu belustigen. Beide wären aber besser auf ihren Posten geblieben, denn vor dem Dessert kam plötzlich Panik auf: Stromausfall, Kommando „Eisberg voraus!“ - tatsächlich erschienen dann Eisbombe im Lichtermeer, denn die bildeten den süßen Abschluss des Titanic-Dinners.

Mit bekannten Event-Dinnerveranstaltungen hatte der letzte Abend auf der Titanic nicht viel gemein: „Mit einem Krimi-Dinner, wo alle Tafelgäste miträtseln und handeln müssen, konnte man den Abend nicht vergleichen“, erklärten die beiden Titanic-Überlebenden Monika und Rainer Grüger im Resümee. Die Darbietungen von Birger Markuse, der vielen Mittelaltermarkt-Gästen als Teil des Duos „Max Gaudio“ bekannt ist, hatten mehr Theatercharakter. „Publikumsinteraktion fand insofern statt, dass der Captain zum Tanz aufrief. Aber die dramatische Untergangspanik, die hat schon gefehlt“, bedauerte das Ehepaar.

Das Dinner war Teil der neuen Reihe „Burg Altena trifft...“, in der am Freitag, 27. April, die Kriminalpsychologin Lydia Benecke gastiert. Sie gestaltet einen Abend zum Thema „Psychopathinnen“. Beleuchtet wird in diesem Rahmen die Psychologie des weiblichen Bösen. Beginn ist um 19.30 Uhr im Festsaal, Karten kosten 24 Euro.

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