Mehrere Gründe für Schließung

Fußgängerzone: Auch in diesem Geschäft gehen bald die Lichter aus

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Erneute Geschäftsaufgabe in der Innenstadt: City Sun fehlte es an Kunden, außerdem ist die Zukunft der Immobilie unklar.

Altena – Und wieder wird ein Geschäft in Altenas Innenstadt geschlossen: Im „City Sun“ läuft der Räumungsverkauf, am kommenden Mittwoch gehen dort endgültig die Lichter aus.

Das im ehemaligen Böhrer-Komplex untergebrachte Geschäft war ursprünglich ein reines Sonnenstudio. Als dessen Inhaber vor fünf Jahren das Handtuch warf, übernahm Petra Piekny, die direkt gegenüber das „Haus der Geschenke“ betreibt. Ihr sei es damals darum gegangen, einen weiteren Leerstand in unmittelbarer Nähe ihres alteingesessenen Geschäftes zu vermeiden, berichtet sie.

Selbst im verregneten Sauerland sind allein mit Sonnenbänken keine großen Geschäfte mehr zu machen: „Mein Mann kam dann auf die Idee, dort auch Mode anzubieten“, berichtet die Geschäftsfrau. So entstand eine etwas ungewöhnliche Mischung, die bei einigen Kunden durchaus Anklang gefunden habe, wie Piekny am Dienstag mitteilte.

Aber jetzt geht es nicht mehr. Dafür gibt es mehrere Gründe. Da ist zum einen die unsichere Zukunft der ehemaligen Böhrer-Immobilie, die insolvent ist. „Zum anderen werde ich zum zweiten Mal Oma und will etwas mehr Zeit für meine Familie haben“, sagt Piekny. Und nicht zuletzt liefen auch in diesem Geschäft die Geschäfte immer schlechter.

„In der Innenstadt ist immer weniger los“, stellt Petra Pickny fest. Auch ihre Mutter Ulrike Hücking hat das über Jahre hinweg beobachtet. Für sie ist das kein auf Altena beschränktes Phänomen: „Das ist wohl in allen kleineren Städten so.“ Vieles auf das zunehmende Einkaufen im Internet zurückzuführen, meinen die beiden und glauben, dass vor allem jüngeren Menschen auf Dauer etwas entgeht: „Etwas anfassen, es erleben, sich dann dafür zu entscheiden – das geht denen doch völlig ab, wenn sie nur noch im Internet kaufen“, sagen sie.

Mit dem „Haus der Geschenke“ betreibt Pickny eines der inhabergeführten Fachgeschäfte, die Altenas Innestadt auszeichnen und deren Inhaber durch die Bank berichten, dass sie zu einem nicht unerheblichen Teil von auswärtigen Kunden leben. Das gelte auch für ihren Laden, sagt Pickney und berichtet von Kunden aus Lüdenscheid, Werdohl und sogar Dortmund.

„Wir haben natürlich auch Stammkunden aus Altena“, ergänzt Ulrike Hücking, die das Geschäft viele Jahre lang mit ihrem Mann führte, bevor sie es an die Tochter abgab. Richtig sei aber leider auch, dass es viele Altenaer den örtlichen Handel nicht zu würdigen wüssten: „Ich kenne welche, die habe ich seit zehn Jahren nicht in der Fußgängerzone gesehen“.

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