Tausende Kronkorken

Hunderte Biersorten unter den Füßen: Mann aus MK schafft echten Hingucker

Nick Westerwell (31) aus Altena kreiert einen Fußboden aus zigtausend Kronkorken.
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Nick Westerwell (31) kreiert einen Fußboden aus zigtausend Kronkorken.

Hunderte Biersorten hat Nick Westerwell (31) unter seinen Schuhen. Und seine Gäste auch. Selbst Corona liegt ihm zu Füßen.

Altena – Zwei Queues sind auf dem hell ausgeleuchteten Billardtisch parallel nebeneinander abgelegt, die Kugeln liegen, zu einem Dreieck formiert, auf dem grünen Tuch zusammen. In einer Ecke des Zimmers stehen kleine Sitzwürfel und ein noch kleinerer Tisch beisammen, warten zusammen mit Gläsern auf Gäste.

StadtAltena
LandkreisMärkischer Kreis
Fläche44,29 km²
Bevölkerung18.544 (30. Juni 2010)

Hier herrscht Ordnung. Klare Struktur. Für den Boden, auf den Billardtisch und Sitzgelegenheiten stehen, gilt das nicht. Im Gegenteil. Es ist ein ebenso farbenfrohes wie wildes Durcheinander, das beim Betreten des Raumes sofort ins Auge sticht. Der komplette Fußboden ist ein Meer aus zig Tausend Kronkorken.

Kronkorken auf rund 22 Quadratmeter in Wohnung am Tiergarten in Altena

„Meine Mutter hatte die Idee – und wir am Ende die Arbeit“, sagt Nick Westerwell, der diesen ungewöhnlichen Bodenbelag in seinem Haus an der Graf-Adolf-Straße im Stadtteil Tiergarten zusammen mit seiner Frau Miriam und Vater Klaus in unzähligen Stunden geschaffen hat.

Rund 22 Quadratmeter groß ist das Billardzimmer des 31-Jährigen, der auf einem großen Online-Marktplatz Zentausende Kronkorken für unter 100 Euro kaufte. „Wichtig ist für das Verlegen, dass die Kronkorken nicht durch das Öffnen der Flaschen geknickt worden sind“, sagt Nick Westerwell.

Hunderte Biersorten unter den Füßen: Der Zufall entscheidet übers Muster

Als die ersten 30 000 Kronkorken im Haus waren, ging’s zunächst in den Baumarkt und dann an die Arbeit. „Wir haben uns Stück für Stück vorgearbeitet, weil der Fliesenkleber, den wir auf den Dielenboden aufgetragen haben, ansonsten zu schnell trocken gewesen wäre“, erzählt der junge Familienvater.

Nick Westerwell (31) kreiert einen Fußboden aus zigtausend Kronkorken.

Auf den Kleber wurden schließlich die Kronkorken platziert. „Wir haben jeden einzelnen der Kronkorken mit der Hand reingedrückt – und zwar so, wie wir sie gerade aus der Kiste gegriffen haben. Wir haben nicht auf Farbe oder Logo auf den Kronkorken geachtet, wollten kein Muster im Boden haben“, so Westerwell.

Hunderte Biersorten unter den Füßen: Bier, Limo und Co. auf dem Boden

Der Zufall führte also Regie, nicht der Kopf. So entstand über mehrere Tage, überwiegend an den Wochenenden, ein Fußboden, der vor allem eines ist: ein Unikat. Kornkorken verschiedener deutscher Brauereien, aber auch internationale Biermarken mit unterschiedlichen Farbgebungen finden sich auf dem Boden des Billardzimmers wieder.

Aber auch Kronkorken von Süßgetränken oder Mineralwasser sind verlegt worden, genauso wie Verschlüsse von alkoholfreien Bieren, Bier-Mixgetränken oder Weizenbieren. Die bunten Kronkorken auf dem Boden, sie erinnern an einen Gang durch einen gut sortierten Getränkemarkt.

Hunderte Biersorten unter den Füßen: Auch Corona liegt zu seinen Füßen

„Krombacher, Veltins, Warsteiner, Dortmunder Union, Gösser, Ritter, Schöfferhofer, Paulaner, Clausthaler, Brinkhoff’s, Fanta, Erdinger, Cola, Heineken“, zählt Nick Westerwell ein paar Marken auf, als er mit den Fingern über den Boden gleitet – und dann plötzlich stoppt: „Hier gibt’s sogar Corona.“ Der 31-Jährige tippt lachend auf den Kronkorken der mexikanischen Biermarke – und listet dann weiter auf: „Jever, Apolinaris, Vitamalz, Texels...“

Die überaus winzigen Freiräume zwischen den Kronkorken verfüllten die Westerwells mit schwarzer Fugenmasse, zum Abschluss erhielt dieser außergewöhnliche Fußboden eine transparente Versiegelung. „Uns gefällt’s richtig gut. Und auch der Freundeskreis ist begeistert“, sagt Nick Westerwell.

Ein ähnliches Projekt möchte er aber nicht in Angriff nehmen, weder zuhause noch bei Bekannten. „So schön und einzigartig der Boden auch ist: Es war einfach auch mega viel Arbeit“, sagt der Familienvater, als er das Licht ausschaltet über dem Billardtisch mit den beiden Queues und den im Dreieck formierten Kugeln.

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