Fundgrube über nacktem Fels bietet Überraschendes

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Tonscherben, sie haben einige Jahrhunderte auf dem Buckel.

ALTENA - Da sage einer, beim Thema Archäologie ginge es humorlos zu: Kurz bevor die Archäologen im Auftrag des Landschaftsverbandes wieder auf der Wulfsegge anrückten, wagte Museumsleiter Stephan Sensen – augenzwinkernd – eine erste Vorhersage: Nichts Geringeres als den „Schatz der Nibelungen“ werde man diesmal heben. Vor Ort deutete am Montag Dr. Stefan Eismann als Leiter der Grabungen in eine andere, nicht weniger abenteuerliche Richtung: „Das Bernsteinzimmer.“

Bisher ist weder der eine noch der andere Wunsch in Erfüllung gegangen. Und trotzdem fallen die Befunde mittlerweile deutlich üppiger und aussagekräftiger aus, als es nach den bisherigen Vorstößen in den Untergrund zu erwarten war.

In der 3,50 Meter tiefen Grube an der Stelle der einstigen Remise sehen die beiden Archäologiestudenten Jona Schröder und Daniel Kossak als Helfer von Dr. Eismann „den ganzen Tag keine Sonne“, wie einer von ihnen ohne zu klagen feststellt. Aber sie sehen, wie es einst angefangen mit der Festung auf der Wulfsegge, wie sie im Sinne des Wortes auf dem nackten Fels gegründet wurde. An der Westseite des Burghofes fand sich zudem in etwa 2,50 Metern Tiefe eine fast 85 Zentimeter starke Mauer. „Das ist möglicherweise eine Spur aus der Gründungszeit der Burg“, denkt Dr. Stefan Eismann laut nach. Genau nach so etwas hatte er von Anfang an gesucht, auf einen solchen Befund gehofft. Direkt vor der Mauer stießen die Ausgräber auf eine „elend harte“ Schuttschicht. „Der Felsgrat steigt hier dachförmig auf“, berichtet Dr. Eismann. Er ist sich deshalb sicher, es in der Schuttschicht mit Planierungsarbeiten aus der Zeit der Burggründung zu tun zu haben. Um einen möglichst ebenen Baugrund zu schaffen, haben die Erbauer der Burg hier Material anschütten lassen. Und es hatte viele Jahrhunderte Zeit, sich zu seiner heutigen Beschaffenheit zu verfestigen. Eismann nimmt an, dass diese Schicht bis eine Tiefe von sechs Metern herunter reicht. Ausführlicher Bericht und Bilder in der Druckausgabe des Altenaer Kreisblattes, 3. Oktober.

von Thomas Krumm

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