Fünf Millimeter im Jahr: Mauer wandert stetig

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Udo Kreinberg (rechts) erklärt die Bedeutung der vielen Messpunkte und Rohre.

ALTENA ▪ Viele Altenaer gehen regelmäßig darüber, der Blick ins Innere allerdings ist Technikern und Mitarbeitern der Stadtwerke vorbehalten – im Normalfall jedenfalls. Die Fuelbecker Talsperre ist ein echtes Altenaer Urgestein. Seit über 100 Jahren staut die so genannte „Zweital-Sperre die an dieser Stelle zusammenlaufenden Wasserläufe Fuelbecke und Riethahner Bach.

Am Samstag hatten Interessierte die Gelegenheit die Talsperre nicht nur von außen unter die Lupe zu nehmen, sondern zu sehen, was sich im Innern der meterdicken Mauern verbirgt. 23 Teilnehmer hatten sich zur kostenlosen Führung der Stadtwerke, zum Kontrollgang durch die Staumauer, angemeldet. „Mehr dürfen es nicht sein“, erklärte Udo Kreinberg von den Stadtwerken. Denn im Innern der Mauern sei es sehr eng.

Informative Rundgänge

In den vergangenen Monaten hatten die Stadtwerke immer wieder Rundgänge durch die Fuelbecker Talsperre angeboten. Fast immer waren die Führungen ausgebucht. „Man muss ja mal rein sehen“, erklärte Udo Kreinberg das große Interesse der Altenaer. „Jeder kennt die Fuelbecker, aber kaum einer war mal drin.“

Für Kreinberg selbst ist die Talsperre schon fast ein zweites Zuhause. Jeden Tag kommt er her, um Messungen durchzuführen – ein Grund, warum er auf jede Frage der Besucher eine Antwort weiß. Und Fragen gibt es viele: Was passiert in den Mauern? Läuft die Talsperre oft über? Wie dick sind die Mauern? Wann und warum wurde die Talsperre gebaut? Letzteres ist für Kreinberg eine Routinefrage. „Gebaut wurde die Talsperre von 1894 bis 1896 unter der Leitung von Prof. Dr. Intze“, weiß er. Sie war eine der ersten Talsperren in Deutschland mit Bruchsteinmauer. Sie wird heute als Trinkwassertalsperre genutzt und hat ein Fassungsvermögen von rund 700 000 Kubikmetern.

Von 1988 bis 1991 wurde die Mauer saniert und nach neuesten technischen Standards instand gesetzt. Im Innern der Talsperre gab es vor allem das lange Rohrsystem zu bestaunen. Eine Ablass- sowie eine Zuführungsleitung pumpen Wasser durch die Staumauer, wie das funktioniert, erklärte Kreinberg ebenso wie die Funktion der Notanlage. Denn die Talsperre arbeite, wie Udo Kreinberg erläuterte und verschiebe sich pro Jahr um etwa fünf Millimeter.

Hochspannend

„Hochspannend“ sei es im Inneren – so die einstimmige Meinung der Teilnehmer. Auch Karl-Heinz Kramer aus Letmathe war begeistert. Erst vor kurzem war er mit seiner Frau um die Talsperre spazieren. Als er von der Führung durch den Kontrollgang gelesen hatte, war für ihn sofort klar, selbst einen Blick ins Innere des Kolosses werfen zu wollen. „Das wollte ich nutzen“, erklärte Kramer.

Den Abschluss der rund zweistündigen Führung machte die Besichtigung des Filterwerks, in dem das Talsperrenwasser aufbereitet wird. ▪ Caroline Hüppe

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