Fünf Jahre Haft oder Freispruch

ALTENA/HAGEN ▪ Freispruch gegen fünf Jahre und drei Monate Haft. Im Vergewaltigungsprozess um Björn J. gab es am Mittwoch die Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung. Zuvor stufte eine Gutachterin die Aussage des mutmaßlichen Opfers als glaubhaft ein.

Die Angaben der 23-Jährigen würden Details enthalten, die nur bei einem wahren Geschehen nachvollziehbar seien. „In sich geschlossen und abgerundet”, so die Expertin. Die Staatsanwältin griff diese Feststellungen der Gutachterin auf. Sie glaubte den Angaben der 23-Jährigen: „Sie hat nicht nur eine Vergewaltigung geschildert, sondern ein komplexes Geschehen.“

Im Gegensatz dazu habe der Angeklagte von seinem Recht zu Schweigen Gebrauch gemacht. Der Altenaer sei aber aufgrund der Aussage der 23-Jährigen überführt. Er habe sich durch sein Verhalten der Körperverletzung und der Vergewaltigung strafbar gemacht. Aufgrund einer gutachterlich festgestellten Persönlichkeitsstörung und eines gewissen Alkoholpegels habe der Angeklagte im Zustand verminderter Schuldfähigkeit gehandelt. Zahlreiche Vorstrafen, unter anderem ein ähnlich gelagerter Fall, sprächen gegen J. Am Ende forderte die Staatsanwältin eine Haftstrafe von fünf Jahren und drei Monaten sowie die Unterbringung des Mannes in einem psychiatrischen Krankenhaus. Verteidiger Stefan Schmale sah das ganz anders. Seiner Meinung nach war die Aussage der 23-Jährigen nicht glaubhaft und nachvollziehbar. „Da sind doch Zweifel indiziert, die am Wahrheitsgehalt nagen. Ich sehe da eine klare Belastungstendenz”, so Schmale. Er gab an, dass es für ihn nicht nachvollziehbar sei, dass in einem Mehrfamilienhaus niemand die Schreie der Frau gehört haben will. Auch bemerkte er, dass die 23-Jährige Zugang zur Akte des alten Vergewaltigungsfalles hatte, womit nicht auszuschließen sei, dass sie das Wissen genutzt habe, um dem Angeklagten erneut einen solchen Fall anzuhängen. Am nächsten Mittwoch soll es das Urteil geben. ▪ jape

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare