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Intelligentes System: Keine Trinkwasser-Not in Trockenzeiten

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Von: Maximilian Birke

Keine Not: In Altena gibt's auch in trockenen Phasen immer genug Trinkwasser.
Keine Not: In Altena gibt's auch in trockenen Phasen immer genug Trinkwasser. © picture alliance / dpa

Altena –Vielerorts wurde es eng mit dem Trinkwasser in den beiden trockenen Sommern 2018 und 2019. In Altena nicht. Dafür sorgt ein cleveres System.

Die Fuelbecke-Talsperre ist aktuell voll. Das liegt nicht nur an dem Regen, den die drei zurückliegenden Sturmsonntage, insbesondere Sturmtief Yulia, brachten: „Die Anlage hat naturgemäß im Frühjahr den höchsten Zulauf“, sagt Ralf Berlet, Leiter für Versorgungsnetze bei den Stadtwerken Altena. Im Sommer hingegen, wenn die Hitze das Wasser verdunsten lässt und gleichzeitig nur wenig Regen fällt, müssen die Stadtwerke sich etwas einfallen lassen, damit die Trinkwasserversorgung immer gewährleistet ist. 

Dieses „Etwas“ trägt in Altena den klangvollen Namen „intelligentes Wasserverteilungsmanagement“ und sorgt dafür, dass sich die Stadt autark versorgen kann. So konnte zwei Jahre in Folge die Versorgung gewährleistet werden, ohne dass Wasser aus Nachbarkommunen wie Lüdenscheid zugekauft werden musste. 

Optimale Auswahl

Das System baut sich in zwei Stufen auf. Die Stadtwerke Altena verfügen über ein Computersystem, in dem die wichtigsten Daten aus den Wassergewinnungsanlagen zusammenlaufen. Die Anlagen registrieren unter anderem verschiedene Füllhöhen oder wie viel Wasser in einem Zeitraum durch eine Leitung strömt. 

Dadurch könne das System aus vielen Möglichkeiten „die optimale Auswahl treffen, wann, wohin und wie viel Wasser von den einzelnen Anlagen zu- und abgeleitet werden soll“, erklärt Ralf Berlet. 

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Wichtiger Wasserspeicher: die Fuelbecke. © Stadtwerke Altena

Das passiere bereits seit Jahrzehnten vollautomatisch und zuverlässig. Die Anlagen „werden durch unseren erfahrenen Mitarbeiter nur überprüft und gegebenenfalls nachkalibriert“, so der Verantwortliche für die Wassernetze. Immer mehr werden die extremen Temperaturen im Sommer zu einer Herausforderung: „Die Trockenheit der vergangenen zwei Jahre hat dazu geführt, dass die Schüttung unserer Springer Quelle und die Zuläufe der Fuel- becke-Talsperre mehr als üblich nachlassen“, sagt Berlet. 

Vollstau an der Talsperre

Wenn dadurch der Stauinhalt nachlässt, erwärmt sich das Wasser bei Sonneneinstrahlung schneller. Dadurch kann sich die Rohwasserqualität verschlechtern, „was wiederum den Aufwand der Trinkwasseraufbereitung deutlich erhöht“. Aus diesem Grund gilt es, das Wasser möglichst effizient auf die Gewinnungsanlagen und Netze zu verteilen. 

In Jahren mit wenig Regen kann vor allem im Herbst das Wasser knapp werden. „Damit es nicht soweit kommt, wird bereits im Frühjahr darauf geachtet, möglichst viel Wasser aus der Springer Quelle zu nutzen und den Vollstau der Talsperre lange aufrecht zu halten“, erläutert Berlet. 

Die Stadtwerke setzen auf die Erfahrung der Mitarbeiter. Sie sorgen durch vorausschauendes Verteilen dafür, dass das Wasser der Fuelbecke möglichst lange unberührt bleibt. Die Talsperre ist nämlich – im Gegensatz zur Quelle – ein Wasserspeicher.

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