Führungswechsel an der Spitze der Feuerwehr

Moldenhauer überreichte seinem Nachfolger Dienst-Weste und Schlüssel für die Feuerwache. Später erhielt er selbst den Zöger.

ALTENA ▪ Danke“ – sichtlich bewegt hielt Ulrich Moldenhauer am Samstag Rückblick auf 16 Jahre Arbeit an der Spitze der Feuerwehr.

Bevor er ans Rednerpult trat, hatte „Molli“ seine Entlassungsurkunde unterschrieben. Er machte damit Platz für einen Jüngeren: Zum neuen Wehrführer wurde Minuten später Alexander Grass ernannt. Zum fünften Mal in Folge führt damit ein selbstständiger Handwerksmeister die Wehr.

Ein Wehrführer könne nur so gut sein wie seine Mannschaft, sagte Moldenhauer. Er sei stolz darauf, dass die drei Löschzüge hoch motiviert und gut ausgebildet seien und dass es wegen der Aktivitäten der Jugendfeuerwehr und der gelungenen Integration von Frauen in den Dienst keinen Nachwuchsmangel gebe.

„Danke“ sagte Moldenhauer auch seinen Stellvertretern Wolfgang Löcker und Udo Winter und seinem Vorgänger Hans-Gerd Straub, der ihn gut auf das Amt vorbereitet habe. Ganz besondere Erwähnung verdiene aber die Geduld seiner Ehefrau Regina, die ihn mit der Wehr habe teilen müssen, sagte Moldenhauer.

Diesen Aspekt beleuchtete auch Kreisbrandinspektor Rainer Blumenrath: „Eigentlich müsste man ein Ehrenzeichen schaffen für die Frauen von Feuerwehr-Führungskräften“. Udo Winter wusste, wie die die Zeit ohne ihre Männer nutzen können: „Meine Frau bringt Dir Stricken bei“, versprach er Regina Moldenhauers Nachfolgerin Katja Grass.

„Wundervolle Tage“ habe Moldenhauer in seinen 43 Dienstjahren bei der Feuerwehr erlebt, wusste Bürgemeister Dr. Andreas Hollstein. Es habe aber auch weniger schöne Momente geben, zum Beispiel bei Einsätzen mit Todesopfern oder dann, wenn Neider dem Wehrführer „vors Schienenbein getreten haben“. Moldenhauer habe sich davon nicht beirren lassen. Konfliktfähigkeit und ein guter Umgang mit Menschen hätten sein Wirken ausgezeichnet. Hollstein würdigte besonders Moldenhauers Verständnis für die finanziellen Sorgen der Stadt. Immer wieder habe er in Gesprächen mit Rat und Verwaltung nach dem für beide Seiten besten Weg gesucht – und das, obwohl ihm Bürokratie eigentlich ein Gräuel sei, wie Hollstein verriet – „Du bist eher Stadtbrandmeister als -inspektor“.

Zu den Gratulanten gehörte am Samstag auch eine Abordnung aus Hartmannsdorf. Moldenhauer war nach der Wende am Aufbau der Partnerschaft mit der Wehr der 4600 Seelen-Gemeinde in Sachsen maßgeblich beteiligt.

„Finde Deinen eigenen Stil“ – mit diesen Worten übergab Moldenhauer die Wehr an seinen Nachfolger. Grass ist jetzt Ehrenbeamter. Er arbeitet ehrenamtlich und bekommt lediglich eine geringe Aufwandsentschädigung. Als Wehrführer ist er für die gesamte Altenaer Feuerwehr verantwortlich, auch für die hauptberuflichen Kräfte.

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