"Pop-Up-Projekt"

Frust unter Händlern: Sie fühlen sich von der Stadt übergangen

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Weitere Pop-Up-Stores soll es im Juni in Altena geben.

Altena – Es knirscht gewaltig zwischen Stadtverwaltung und Stadtmarketing. Die Händler fühlen sich bezüglich eines Projekts übergangen.

Wie groß die Differenzen und der Unmut sind, wurde bei der Jahreshauptversammlung des Stadtmarketingvereins in der Burg Holtzbrinck deutlich. Schon am Morgen danach meldete sich die Stadtverwaltung zu Wort und bemühte sich, die Wogen zu glätten. 

Doch was war eigentlich passiert? Es ging um das geplante Pop-Up-Projekt, bei dem in den leeren Ladenlokalen der Innenstadt vom 18. bis 20. Juni Geschäfte auf Zeit eröffnet werden sollen. Neben Händlern präsentieren sich dort auch die Partnerstädte der Stadt. „Es werden Fördermittel fließen, wir sind aufgefordert, die Stadt mit Leben zu füllen“, sagte Vereinsvorsitzender Alexander Schmitz. 

Mitglied Peter Rohe brachte mit einer simplen Nachfrage den Stein ins Rollen: „Wenn da öffentliche Gelder drin sind, kann man da nicht so lapidar drüber hinweggehen. Dann sollten wir darüber sprechen. Wir haben jetzt schließlich schon März.“ 

Ständige Nachfragen nötig

Zunächst zeigte Schmitz sich noch zurückhaltend. Doch dann kam immer mehr Unmut ans Tageslicht. „Ich habe mich bemüht. Ich habe vermittelt. Kontakte zu Bands und möglichen Bewirtungsleuten hergestellt und so weiter. Auf ständige Nachfrage bei der Stadt bekam ich dann die zögerliche Antwort, dass sich der Chef das anders vorgestellt habe. Wie genau, blieb offen.“ 

Letztlich habe er über die Band erfahren, dass die Stadt ihr eine Absage erteilt habe. „Warum werde ich dann überhaupt gefragt?“, ärgerte sich der Vorsitzende. Er habe immer wieder versucht, an Informationen zu den Projekttagen zu kommen – auch, um die Händler frühzeitig zu informieren. 

Stadt bei der Sitzung vermisst

„Wenn wir nicht erwünscht sind, können wir unsere Geschäfte an diesen Tagen ja einfach geschlossen lassen“, sagte Rohe, der sich über den Umgang der Stadt mit dem Stadtmarketing ärgerte. Schmitz: „Die Stadt wusste seit Januar, dass heute diese Sitzung ist. Da hätte ja mal einer kommen und uns informieren können.“ 

„Herr Schmitz hat vielleicht ein bisschen übertrieben“, sagte Lisa Engstfeld am Tag danach. Sie ist seitens der Verwaltung zuständig für die Pop-Up-Veranstaltung. Sie betonte, dass es mehrere Gespräche gegeben habe, unter anderem auch einen Informationsabend. „Heute noch wird eine weitere E-Mail mit Informationen raus gehen“, betonte Engstfeld. 

Der Vorstand des Stadtmarketingsvereins um den Vorsitzenden Alexander Schmitz (stehend).

Zudem habe keiner der städtischen Organisatoren zur Versammlung kommen können. Eine Mitarbeiterin habe sich auf Schulung befunden. „Es soll auf keinen Fall der Eindruck entstehen, dass wir nicht mit dem Stadtmarketing zusammen arbeiten wollen. Im Gegenteil, wir sind froh, dass es diesen Verein gibt und wir uns auf die Mitglieder verlassen können“, betonte Engstfeld. 

Keine konkreten Infos

Und doch gab es bei der Versammlung einige, die scheinbar mehr wussten über die Pläne der Stadt zum Pop-Up-Projekt als der Vorstand. Es gebe welche, die aber noch nicht an die Öffentlichkeit dringen sollen, war zu hören. Konkrete Details nannte niemand. „Auch mit mir kann man ein vertrauliches Gespräch führen. Deswegen muss ich ja nicht über Dritte erfahren, dass meine Pläne unerwünscht sind“, entgegnete Schmitz. 

Doch es gab auch Positives zu berichten. Die Leerstandsgestaltung gehe beispielsweise gut voran. Sieben von zehn Bildschirmen seien bereits vergeben, um dieFenster leerer Ladenlokale optisch aufzuwerten. Drei wurden schon aufgestellt. „Die historischen Aufnahmen von Altena kommen bei den Passanten gut an. Die Sache zieht wirklich sehr gut“, freute sich der Vorsitzende. 

Und die Hundekotbeutel-Aktion laufe eher zu gut. „Es wäre schön, wenn wirklich nur dann Beutel gezogen würden, wenn der Hund sein Geschäft verrichtet hat“, betonte Schmitz. Derzeit sei es leider häufig der Fall, dass ein eher verschwenderischer Umgang mit ihnen herrsche.

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