Frost im Boden, Wasser weg – da hilft nur warten

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Fließendes Wasser ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Durch den strengen Frost der vergangenen Wochen liegt allerdings eine nennenswerte Anzahl Altenaer Haushalte komplett trocken. ▪

ALTENA ▪ Es taut endlich. Das wird besonders die Altenaer freuen, die bereits seit Tagen mit eingefrorenen Hausanschlüssen leben und deshalb ganz ohne fließendes Wasser auskommen müssen. Es sind deutlich mehr Menschen betroffen als in normalen Wintern.

Es geht morgens beim Kaffeekochen los, setzt sich beim Zähneputzen und vor allem beim Toilettengang fort, lässt das Kochen zu einer Herausforderung werden und macht den Betroffenen, die sich nach einem anstrengenden Tag auf ein duftendes Duschbad freuen, einen Strich durch die Rechnung. Denn all das geht natürlich ohne Wasser nicht. Da ist auf jeden Fall Familien- oder Nachbarschaftshilfe gefragt: Beim netten Herrn von nebenan kann man sich mal zwei bis drei Eimer Wasser holen, bei Mama die Wäsche waschen oder bei der besten Freundin unter die Dusche hüpfen. Auf die Dauer allerdings ist das alles sehr unbefriedigend.

So richtig helfen kann den Betroffenen jedoch keiner, auch nicht der heimische Versorger. „In der Tat müssen die Leute warten, bis es wieder wärmer wird“, bedauert Stadtwerke-Chef Marc Bunse. An die Rohre, die 80 Zentimeter bis einen Meter tief im gefrorenen Boden liegen, kämen auch seine Mitarbeiter nicht dran.

Bunse spricht in diesem Jahr von einer „außergewöhnlichen Situation“ und meint damit die Zahl der Fälle mit vereisten Wasserleitungen. Sind es in einem normalen Winter vielleicht fünf Anschlüsse, so seien den Stadtwerken in den vergangenen zwei Wochen rund 20 Fälle bekannt geworden. Besonders schlimm sei es am Wochenende gewesen. Als Service bietet das Unternehmen den betroffenen Kunden täglich einen mit Wasser gefüllten 20-Liter-Kanister an, den ein Mitarbeiter kostenfrei vorbeibringt – bei einem durchschnittlichen Wasserverbrauch von um die 130 Liter pro Person und Tag ist das allerdings nicht mehr als der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein. ▪ Von Ilka Kremer

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