Warum feiern wir Fronleichnam? Daten, Fakten und Besonderheiten der Burgstadt

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Bei der Prozession wird die Monstranz durch die Stadt getragen.

Altena - In Altena ist einiges anders beim Fronleichnamsfest. Das hat mit Teppichen und Altären im Freien zu tun.

Die Katholiken feiern das Fronleichnamsfest. Es ist eines der wichtigsten Hochfeste im katholischen Kirchenjahr. Pfarrer Ulrich Schmalenbach, St. Matthäus, erklärt den Tag und die Feier in Altena. 

Wie wird der Festtag in Altena begangen? 

Wir feiern zunächst um 10 Uhr einen Festgottesdienst im Innenhof des Fritz-Berg-Hauses an der Bungernstraße. Es schließt sich eine Prozession an, die zur Pfarrkirche St. Matthäus führt. 

Was wird an Fronleichnam gefeiert? 

Die Katholiken erinnern in Gottesdienst und Prozession an die bleibende Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie. 

Woher kommt der Name für diesen Tag? 

Die Bezeichnung Fronleichnam leitet sich vom mittelhochdeutschen vrône lîcham für ‚des Herren Leib‘ ab. In der Liturgie heißt das Fest „Hochfest des Leibes und Blutes Christi“. 

Wer hat diesen Tag als besonderen Feiertag eingesetzt? 

Der Festtermin für Fronleichnam steht in enger Verbindung zum Gründonnerstag. An diesem Tag hat Jesus Christus beim letzten Abendmahl die heilige Eucharistie eingesetzt. Die Karwoche erlaubt keine prunkvolle Entfaltung von Festlichkeit. Aus diesem Grund wurde das Fest Fronleichnam bei seiner Einführung auf den ersten Donnerstag nach der Oktav des Pfingstfestes gelegt. 

Heilige Messe und Prozession: Warum?

Der wichtigste Teil des Fronleichnamsfestes ist die Feier der heiligen Messe. Die Texte und Gebete der Liturgie befassen sich unmittelbar mit dem Geheimnis der Einsetzung der Eucharistie und des Priestertums. Vielerorts, so auch bei uns in Altena, wird der Gottesdienst zu Fronleichnam im Freien gefeiert. 

Wie viele Menschen beteiligen sich? 

Altena ist evangelisch geprägt. Ich freue mich über jeden, der teilnimmt. Auch wenn die Zeiten, die ich noch aus meiner Jugend kenne – ich bin Jahrgang 1956 – , mit Tausenden von Besuchern vorbei sind. 

Ist Fronleichnam so etwas wie eine katholische Machtdemonstration?

Auf gar keinen Fall. Es sollte Katholiken vielmehr ein Herzensanliegen sein, teilzunehmen. Sozusagen als eine Art öffentliches Bekenntnis zum Glauben. 

Ist an Fronleichnam auch Platz für Ökumene?

Es ist üblich, dass festliche Lieder und Gesänge bei der Prozession erklingen. Wir sind dankbar, dass uns der evangelische Posaunenchor des CVJM Rahmede auch in diesem Jahr wieder begleitet und musiziert. In anderen Gemeinden hat es gemeinsame Prozessionen gegeben. Vielleicht werden wir in der ökumenischen Zusammenarbeit vor Ort auch hier einen Weg finden. 

Sie tragen in einer Monstranz eine geweihte Hostie durch die Straßen der Stadt und spenden auch den Segen. Was hat es damit auf sich? 

Der Priester oder Diakon trägt grundsätzlich zu Fronleichnam eine Monstranz mit dem Allerheiligsten – einer geweihten Hostie – in einem Festzug unter Gebet und Gesang durch die Straßen. Auch hier bei uns wird dabei die Monstranz von einem „Himmel“ genannten Stoffbaldachin beschirmt. 

Das Allerheiligste: eine geweihte Hostie in der Monstranz, die Pfarrer Ulrich Schmalenbach präsentiert.

Anders als in anderen Gemeinden haben wir hier vor Ort aber nur einen Außenaltar, und zwar in der Freiheitsstraße, an dem die Prozession hält. Üblich sind vier. Aber dort wird natürlich ein Abschnitt aus dem Evangelium vorgetragen, es werden Fürbitten gesprochen und der sakramentale Segen in alle Himmelsrichtungen, sozusagen über den Ort und die Flur, erteilt. Predigen wird Pastor Armin Rogge. 

Im Sauerland kennt man den Brauch, auf den Straßen über teils sehr aufwendig mit tausenden von Blumen und Blüten gelegte Teppiche zu schreiten. Gibt es das auch in Altena? 

Nein. Das hat hier – und ich bin schon 13 Jahre als Pfarrer am Ort – keine Tradition. Was schon schade ist. Die Prozession endet an St. Matthäus. 

Was passiert dort? 

Die Prozession schließt in der Pfarrkirche mit dem Tantum ergo (ein besonders gesungener Hymnus) und dem Te Deum (Lob, Dank und Bittgesang), die beide vor dem sakramentalen Segen, der Segensspendung an die Katholiken mit der geweihten Hostie in der Monstranz, gesungen und gesprochen werden. 

Warum sollte man an der Prozession teilnehmen? 

Den heutigen Prozessionen liegt die Sinngebung vom Bild des sich auf dem Wege befindlichen Gottesvolkes zugrunde, dessen Mitte Jesus Christus als „das Brot des Lebens“ ist. Die Verbindung von Prozession und heiliger Messe wird stärker betont. 

Finden heilige Messe und Prozession auch bei Regen statt? 

Nein, dann fällt der Gang durch die Stadt aus. Wir feiern stattdessen um 10.15 Uhr eine heilige Messe in der Pfarrkirche. Wenn das der Fall ist, läuten die Kirchenglocken.

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