Friedlicher Appell um Einsicht

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Die evangelischen und katholischen Christen machten sich von der Matthäus-Kirche aus auf zur Lutherkirche.

Altena - „Lass uns nicht die Augen verschließen vor dem Leid, in das Menschen geraten, weil sie glauben und dich bezeugen.“ Diese Worte richteten am Dienstagabend 25 Teilnehmer des Friedensmarschs an Gott. Gestartet waren sie an der St. Matthäus-Kirche, wo in einer Andacht jene Menschen im Mittelpunkt standen, die aufgrund ihres Glaubens verfolgt werden.

Pfarrer Ulrich Schmalenbach blickte weit in die Geschichte zurück und erinnerte an Abraham: „Dieser Mann war Stammvater von Christen, Muslimen und Juden. Heute herrscht in seiner Heimat, dem Irak, ein erbitterter religionsbegründeter Krieg.“ Schmalenbach erkannte auch die Problematik: „Die Verfolgung Andersgläubiger bedeutet zu meinen, im Recht zu sein.“

Auch die christliche Kirche habe in der Vergangenheit eine solche Schuld auf sich geladen. „Wir haben daraus gelernt und wollen deshalb heute um die Einsicht appellieren, das Richtige zu tun.“

Pfarrerin Merle Vokkert betete für Religionsfreiheit in jedem Land und darum, dass alle Religionen der Welt für Frieden eintreten mögen. Auch in der subjektiv empfundenen Hilflosigkeit gebe es Möglichkeiten, etwas zu tun: „Wir können, so wie jetzt, unsere Stimme erheben“, erklärte Ulrich Schmalenbach. „Wir können im Gebet um Beistand bitten für religiös Verfolgte und das aktuelle Geschehen im Auge behalten und immer wieder zur Sprache bringen. Und wir können Hilfe gewähren, wenn sie nötig ist.“

Über der ökumenischen Veranstaltung standen die Brüder Kosmas und Damian, die das Bistum Essen als „Schirmherren“ über das Friedensgebet mit anschließendem Friedensmarsch gewählt hatte. Die beiden medizinisch geschulten Brüder hatten sich einst der Christenverfolgung im zweiten Jahrhundert widersetzt und religionsübergreifend Hilfe geleistet.

In ihrem Gedenken und all jener, die aufgrund ihres Glaubens zum Opfer werden, machten sich die Betenden mit Kerzen in Richtung Lutherkirche auf, wo die Friedensaktion mit einer Andacht ihren Abschluss fand. Der Spaziergang fand aufgrund des schlechten Wetters wenig öffentliche Resonanz.

Von Ina Hornemann

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