Friedhofsunterhaltung fast 50 Prozent teurer

Auf dem Friedhof müssen Wege sauber gehalten und Mülleimer geleert werden – das kostet viel Geld.

ALTENA - Darüber hat sich Sigrid Jürgens sehr geärgert: 150 Euro Friedhofsunterhaltungsgebühren soll sie für die nächsten drei Jahre für eine Doppelgrabstelle an die evangelische Kirchengemeinde überweisen – „eine Erhöhung von fast 50 Prozent“, sagt sie und wundert sich vor allem darüber, dass die Gemeinde solche Veränderungen ihrer Satzungen nicht öffentlich bekannt macht.

Sie möge halt ins Internet schauen, habe ihr ein Mitarbeiter des Kreiskirchenamtes geraten, berichtet die Altenaerin – „aber was machen Menschen, die keinen Computer haben?“. Für die bleibt nur der regelmäßige Blick in den Schaukasten an der Lutherkirche, in dem offizielle Mitteilungen der Kirchengemeinde für einige Zeit ausgehängt werden. Auch die Friedhofsgebührensatzung war dort einzusehen, als sie im Jahr 2009 zum letzten Mal geändert wurde.

Die Kirchengemeinde könne ihre Gebühren nicht nach Belieben ändern, betont Friedhofsverwalter Friedhelm Wolff und verweist darauf, dass jede Änderung sowohl von der Landeskirche als auch von der Bezirksregierung genehmigt werden muss. Wolf bemüht sich, den von Jürgens kritisierten Betrag zu relativieren: „Das sind für jedes Grab 25 Euro im Jahr oder zwei Euro im Monat“. Dafür erbringe die Kirche auch Gegenleistungen wie die Unterhaltung der Wege oder die Abfallentsorgung – Ausgaben, die in den letzten Jahren stark angestiegen seien. Grundsätzlich kämpfe die Gemeinde bei der Finanzierung der Friedhöfe gegen eine „permanente Unterdeckung“ an, vor allem deshalb führe an gelegentlichen Preiserhöhungen kein Weg vorbei.

Friedhofsunterhaltungsgebühren muss übrigens nur bezahlen, wer sich vor 1989 das Nutzungsrecht für eine Grabstätte gesichert hat – danach wurden sie vom Presbyterium (bei gleichzeitiger Erhöhung der einmalig zu entrichteten Nutzungsgebühren) abgeschafft. Grund: Für die Gemeinde ist es sehr aufwändig, das Geld einzutreiben – oft ist unklar, wer die Gebühr bezahlen muss. In vielen Fällen sind die Gebührenschuldner längst aus Altena verzogen und nur mit sehr viel Mühe ausfindig zu machen. ▪ ben.-

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare