Sterben ist in Altena nicht ganz billig

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Auf dem Dahler Friedhof steigen die Preise.

Altena – In so mancher umliegenden Stadt ist ein Grab deutlich billiger als in Altena. Auch in der Stadt schwanken die Preise erheblich. 

Zwischen den Friedhöfen in Altena gibt es erhebliche Gebührenunterschiede. Und: Außerhalb der Burgstadt ist eine Beerdigung teils deutlich günstiger. 

Das zeigt ein Gebührenvergleich, für den die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Dahle den Anlass bot. Sie hat nämlich ihre Friedhofsgebührensatzung überarbeitet. Die Preise sollen steigen, wenn auch moderat. So kostet eine Reihengrabstätte für eine Erdbestattung im Sarg demnächst 1125 Euro – 30 Euro mehr als bisher. Ein Urnengrab verteuert sich um 20 auf 1115 Euro. Die letzte Gebührenerhöhung erfolgte 2016, sodass der jährliche Anstieg unter einem Prozent liegt. 

Unterm Strich sind Gräber auf dem Dahler Friedhof damit noch vergleichsweise günstig. Beispiel Einzelwahlgrab: Solche Grabstätten werden häufig von Paaren gekauft, die nebeneinander beerdigt werden wollen. Der Preis für eine solche Grabstelle steigt in Dahle von 1540 auf 1575 Euro. 

Das liegt in etwa auf dem Niveau des katholischen Friedhofs (1590 Euro), aber spürbar über den Gebühren in Evingsen, wo eine solche Grabstelle mit 1300 Euro berechnet wird. Deutlich teurer ist es auf dem evangelischen Friedhof im Mühlendorf, wo ein Einzelwahlgrab 2645 Euro kostet. Kindergräber sind auf allen Friedhöfen günstiger. 

Viele Bestattungsarten im Mühlendorf

Vergleicht man die Gebühren der Altenaer Friedhöfe miteinander, so fällt die Vielfalt des evangelischen Friedhofes im Mühlendorf ins Auge: Urnen unter Bäumen, Urnen im Kolumbarium, Urnenwahlgemeinschaftsfeld – dem seit Jahren anhaltenden Trend zur Urnenbestattung wird dort in vielfältiger Form Rechnung getragen. 

Am günstigsten ist mit 1830 Euro das Urnenwahlgrab, bei dem die Angehörigen sich 30 Jahre lang um die Pflege kümmern müssen, Das entfällt bei Urnengemeinschaftsfeldern (1960 Euro) und Urnen unter Bäumen (2135 Euro). 

Die Kosten für die Grabstätte sind nicht alles: Die Hinterbliebenen müssen auch für die Unterhaltung der Friedhöfe bezahlen. In Altena kostet das 25 Euro pro Jahr, Dahle erhöht um 1,20 auf 19,20 Euro. 

Und dann müssen Sarg und Urne noch unter die Erde. Das kostet Bestattungsgebühren. Die Bestattung eines Sargs kostet in Dahle demnächst 685 Euro (bisher 655 Euro), ein Urnengrab wird für 340 Euro ausgehoben. Wer für die Trauerfeier die Kirche nutzen möchte, zahlt 170 Euro, das Orgelspiel kostet 50 Euro zusätzlich. 

Lüdenscheid ist billiger

Es geht auch deutlich billiger, aber nicht in Altena: Die Stadt Lüdenscheid nimmt für die einfachste Urnenbestattung auf kommunalen Friedhöfen 557,50 Euro, Bestattungskosten inklusive. Im Friedwald Möhnesee wird eine Urnenbestattung mit 840 Euro berechnet. Die ökologisch einwandfreie Urne ist im Preis bereits enthalten. 

Gucken die Menschen aufs Geld, wenn es um den Tod geht? Manchmal, sagt Rüdiger Hegenscheid vom Beerdigungsinstitut Draheim. Es gebe durchaus Menschen, die durch einem Sterbefall vor finanzielle Probleme gestellt würden. 

Denen versuche man zu helfen, auch durch die Vermittlung einer günstigen, auswärtigen Grabstelle. „Grundsätzlich wollen die meisten Altenaer nach ihrem Tod aber auch in Altena beerdigt werden“, berichtet Hegenscheid aus langjähriger Erfahrung. Dafür würden auch die etwas höheren Kosten im Mühlendorf akzeptiert. 

„Die Menschen honorieren, dass sich dort in den vergangenen Jahren vieles geändert hat und dass dort vielfältige Bestattungsformen möglich sind.“  

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