Friedenseiche als Wahrzeichen gegen Krieg

+
Die Friedenseiche am Markaner. - Foto: Bonnekoh

Altena - Der interreligiöse Friedensweg von Muslimen und Christen endete am vergangenen Sonntag, dem 1. Februar, an der sogenannten Friedenseiche an der unteren Lennestraße (Markaner). Vielen Altenaer Bürgern ist heute unbekannt, was es mit diesem Baum auf sich hat.

Monika Biroth, Stadtarchivarin im Rathaus, forschte in alten Urkunden und Unterlagen nach. Sie fand heraus: „Aus im Stadtarchiv befindlichen Dokumenten geht hervor, dass die Eiche am 18. April 1871 gepflanzt wurde. Einige Monate später, am 18. August 1871, wurde im Rahmen eines zweitägigen Friedensfestes, über das das Altenaer Kreisblatt in seiner Ausgabe Nr. 67 vom 23. August 1871 berichtet hat, eine Gedenktafel an ihm angebracht.

Anlass der Pflanzung war damals die Beendigung des deutsch-französischen Krieges 1870/ 71. Insgesamt elf Altenaer Männer hatten in diesem Krieg ihr Leben verloren sowie weitere zehn eine Verwundung erlitten, die sie ganz oder teilweise zu Invaliden gemacht hat.

Stadtarchivarin Monika Biroth wurde im Archiv fündig.

Um vergleichen zu können, wie groß dieser Verlust für die Stadt Altena war, muss man das Ganze in Relation setzen zur damaligen Einwohnerzahl. Diese betrug im Januar 1871 6 689 Einwohner. In der Stadt sollte ein Wahrzeichen geschaffen werden, das bis in die heutige Zeit als Friedensmahnung dienen soll.“

Der damalige Bürgermeister der Burgstadt, Schmieding, fand zur Pflanzung am 18. April. 1871 patriotische Worte. Er sagte unter anderem: („…) so drängt es uns für diese große und gewaltige Zeit ein äußeres Zeichen, ein Wahrzeichen der Dankbarkeit und Verehrung aufzurichten, ein Wahrzeichen, was der Mit- und Nachwelt in Erinnerung bringt, welchen Antheil auch unsere Stadt an den Errungenschaften dieser Zeit nahm. Wir haben dazu eine Eiche gewählt, die Königin des deutschen Waldes, das wahre Sinnbild der Ausdauer und Kraft Sie ist ja, umrankt vom Immergrün der tausend Märchen und Sagen, der rechte Baum deutschen Volks und Gemüths. Möge das Rauschen ihrer Blätter noch späteren Generationen zuflüstern, mit welchen Gefühlen die Herzen von Jung und Alt erfüllt waren, als wir den heißersehnten Frieden errungen haben.

Möge deshalb auch Jedermann, unsere Jugend aber ganz besonders sich bewußt bleiben, daß wir sie als Friedenseiche pflanzten und sie gegen Unbilden in Schutz nehmen…“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare