„Lüsterweibchen“ in voller Pracht zurück

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Das frisch restaurierte Lüsterweibchen. Restaurator Markus Döll berichtete über seine Arbeit.

Altena - „Jetzt können sie sich wieder unterhalten“ scherzte Burgrestaurator Holger Lüders. Er hatte soeben ein „Lüsterweibchen“ an der Decke des Raumes „Leben im Luxus“ auf der Burg befestigt.

Nur ein Stück entfernt davon hängt nämlich ein orientalisch gestaltetes „Lüstermännchen“ – es ist aber wesentlich jünger als das Objekt aus dem Fundus des Burgmuseums, das am Freitag im Mittelpunkt stand. Die „Freunde der Burg“ hatten kosten- und zeitaufwendige Arbeiten zur Restaurierung und Konservierung des Leuchters in Auftrag gegeben, der jetzt wieder präsentiert werden konnte.

Restaurator Markus Döll, Stephan Sensen, Bernd Falz und Hans Ludwig Knau von den „Freunden der Burg“.

Aus diesem Anlass war auch Dipl.-Restaurator Marks Döll eingeladen worden, der das Lüsterweibchen in seiner Werkstatt in Eschwege unter seine Fittiche genommen hatte. Rund 120 Stunden hat er an dem Stück gearbeitet und berichteteüber diese Tätigkeit, die sich größtenteils „im Quadratmillimeterbereich“ abgespielt habe. „Wir haben rausgeholt, was möglich ist.“ Die Arbeiten sind in einer umfassenden Dokumentation zusammengefasst, von denen das Museum eine Ausfertigung erhielt, eine zweite ging an die „Freunde der Burg“.

Das Lüsterweibchen stammt aus der Zeit um 1500 und gehört zur Spätgotik. „Für ein Lüsterweibchen ist das sehr alt“, erklärte Museumsdirektor Stephan Sensen. In Altena befindet es sich seit 1961; angekauft wurde es durch den früheren Museumsdirektor Dr. Quincke. Hans Ludwig Knau, der die Präsentation mit dem Vorsitzenden der Burgfreunde, Bernd Falz, besuchte, konnte sich sogar daran erinnern, wie das Ausstellungsstück damals in der Burg vorgestellt worden war.

Ein Wappen auf der Brust der Figur deutet auf den einstigen Auftraggeber der Skulptur, ließ sich aber durch die Fachleute nicht mehr identifizieren.

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