"Freunde der Burg" besuchen Stahlwerk

„Bär“ lässt bei Ossenberg & Cie den Boden erzittern

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Das Interesse an der Führung durch das Stahlwerk war sehr groß. „Wir hätten die Exkursion vier Mal vollkriegen können“, hieß es bei den Burgfreunden.

Altena – Laut und heftig geht es zu im Stahlwerk Ossenberg & Cie - und heiß. Davon konnten sich gestern die „Freunde der Burg“ bei einer Exkursion überzeugen. Diplom-Ingenieur Peter Ossenberg führte die Gruppe durch die Produktionsstätten.

Kundenwünsche und -anforderungen bestimmen hier die Produktionspalette. „Wir machen keinen Massenstahl“, fasste es Ossenberg zusammen. Im Betrieb zwischen dem Ortseingang von Evingsen und dem Abzweig nach Dahle ist vielmehr auch von kleineren Mengen die Rede. 

Peter Ossenberg hatte einen griffigen Vergleich parat: „Für 100 Tonnen geht bei Thyssen niemand ans Telefon.“ Ossenberg & Cie fertigt etwa 1000 Tonnen in einem Jahr. Dass so ein Stahlwerk einiges an Energie benötigt, lässt sich an den monatlichen Kosten dafür ablesen: Sie liegen bei 100 000 Euro. 

Um hohe Zahlen geht es dann auch in der Produktion. Wenn der Stahl geschmolzen wird, erreicht er im Ofen eine Temperatur von 1500 bis 1600 Grad, wenn er geschmiedet wird, stehen immer noch um die 900 Grad zu Buche. Der Schmelzofen fasst rund zwei Tonnen Material. Drei Mal täglich steht ein Guss an, und die Arbeit ist nicht ungefährlich und bringt eine Menge Verantwortung mit sich. 

Mit der Gewalt von 1,6 Tonnen Gewicht donnert der „Bär“ auf den glühenden Stahlkörper.

„Aber toi, toi toi“, sagt Peter Ossenberg, „bisher ist hier kein größerer Unfall passiert.“ 150 Sorten Stahl umfasst die Produktionspalette. Das Unternehmen beschreibt sich nicht ohne Stolz als das „kleinste integrierte Stahlwerk Deutschlands.“ Peter Ossenberg: „Von der Schmelze über die Schmiede bis zur Wärmebehandlung sind wir autark.“ 

Gewaltig sind also die Zahlen, die die Arbeit im Stahlwerk beschreiben. Und auch die Hämmer in der Schmiede stehen dem nicht nach: Der schwerste „Bär“, so wird der Hammerkopf genannt, wiegt schlanke drei Tonnen und lässt den Boden erzittern, wenn er auf den Stahlblock trifft. 

Aber schon beim kleineren Bruder mit 1,6 Tonnen rummst es ganz gewaltig. Ohne Ohrstöpsel geht da nichts. Die Burgfreunde zeigten sich überaus beeindruckt vom Besuch an der „Hütte“, wie die Gegend seit altersher heißt. Das Interesse an der Führung sei sehr groß gewesen, die Zahl der Plätze aber begrenzt. Der Firmenchef unterbreitete dann auch das Angebot, einen solchen Besuch zu wiederholen.

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