Dagmar Freitag verteidigt Wahlkreis: Auch Voßbeck-Kayser im Bundestag

Chrsitel Voßbeck-Kayser (Mitte) war nah dran am Direkt-Mandat. Die CDU-Politikern, die hier ihre Parteifreunde feiern, zieht aber über die Landesliste ins Parlament ein. Foto: Bonnekoh

ALTENA -  Was für ein Krimi: Bis 21.35 Uhr mussten Christel Voßbeck-Kayser und Dagmar Freitag am Sonntagabend zittern. Erst als der allerletzte Iserlohner Briefwahlbezirk ausgezählt war, stand fest: Dagmar Freitag (SPD) hat den Kampf um die Erststimmen der Wähler im Wahlkreis 150 hauchdünn für sich entschieden und das Direktmandat gewonnen. Sie holte 54 Stimmen mehr als Voßbeck-Kayser. Das entspricht einem Vorsprung von gerade mal 0,04 Prozent.

Trotzdem konnte auch die CDU-Politikerin aus Evingsen mit ihrem Ergebnis und dem der CDU hoch zufrieden sein. Wegen des guten Abschneidens der Union wird Voßbeck-Kayser über die Reserveliste in den Bundestag einziehen. Sie war auf Platz 34 der NRW-Landesliste abgesichert. Die Liste ziehe sicher bis etwa Platz 45, meinte der CDU-Kreisvorsitzende Thorsten Schick bei der CDU-Wahlparty im Gasthaus Pilling.

Überglücklich, im Kreise ihrer drei Kinder und der älteren Schwester, dankte Voßbeck-Kayser ihrer Partei, dem Team und dem Wähler. „Wir haben ein Super-Ergebnis erzielt“, sagte sie unter tosendem Beifall ihrer Parteifreunde. Die hielten Blumengrüße für sie bereit und werteten das Herzschlagfinale keineswegs als Niederlage. Im Gegenteil: „Christel, was du geleistet hast ist toll.“ Und die Kandidatin meinte bescheiden, sie werde über das Ergebnis erst einmal schlafen müssen und stelle sich der neuen Aufgabe gerne. „Tatort im Fernsehen war gestern – das heute war wohl an Spannung nicht mehr zu überbieten.“

Das Stadtergebnis, dem sonst das Hauptinteresse derjenigen gilt, die im Ratssaal den Eingang der Zahlen aus den einzelnen Wahllokalen verfolgen, geriet vor dem Hintergrund des knappen Kopf-an-Kopf-Rennens völlig in den Hintergrund. Es war dadurch gekennzeichnet, dass beide großen Parteien in Altena deutlich zulegen konnte, die SPD sogar noch etwas mehr als die Union. Ein Zweitstimmenplus von rund sechs Prozent liegt deutlich über dem Bundesergebnis der Sozialdemokraten.

Die gestrige Wahl war die erste, die Verwaltungs-Mitarbeiterin Tanja Jäker alleinverantwortlich organisiert hatte. Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein sprach ihr gestern ein großes Lob aus: Trotz personeller Ausfälle habe sie die Aufgabe souverän gelöst, es habe keinerlei Probleme gegeben. Gegen 20 Uhr konnte Kämmerer Stefan Kemper, der im Ratssaal den PC bediente, das Stadtergebnis präsentieren – was aber kaum jemanden interessierte, weil in anderen Städten noch gezählt wurde und der Kampf um die Erststimmen ständig auf der Kippe stand.

Wie immer hatten Hollstein und Kemper im Laufe des Tages eine Runde durch die Wahllokale gedreht. Berichtenswert war lediglich, dass in Evingsen eine Gruppe von tewa 80 Leuten vor dem Wahllokal gegen eine mögliche Schließung der Grundschule protestierte. Auf Rosmart wollte ein Bürger auch für seine plötzlich erkrankte Ehefrau abstimmen. Als ihm das verwehrt wurde, verließ er erzürnt das Wahllokal, ohne überhaupt gewählt zu haben.

von Johannes Bonnekoh und Thomas Bender

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