Schwarz-Grün kippt SPD-Mann Kemmerling

Wenn Hollstein nicht kann, kommt eine Frau: Hanna Freissler (links) und Dr. Rita Rüth wurden gestern Abend vom Rat zu stellvertretenden Bürgermeisterinnen gewählt. - Fotos: Bender

Altena - Hanna Freissler (CDU) und Dr. Rita Rüth (Bündnis 90/die Grünen) wurden am Montagabend vom Rat zu stellvertretenden Bürgermeisterinnen gewählt. Reiner Kemmerling, der von der SPD ins Rennen geschickt worden war, fiel im zweiten Wahlgang durch.

Von Thomas Bender

Eine schwarz/grüne Listenverbindung machte dieses Ergebnis möglich: Auf diese Liste entfielen im ersten Wahlgang 20 Stimmen, damit war Freissler zur ersten Bürgermeister-Stellvertreterin gewählt. Zwischen Dr. Rüth und Kemmerling kam es zu einem Patt, das eine Stichwahl notwendig werden ließ. Die entschied Rüth mit 19 Stimmen klar für sich. Auf Kemmerling entfielen zehn Stimmen, ein Ratsmitglied enthielt sich.

Abgestimmt wurde – wie es die Gemeindeordnung vorschreibt – geheim und ohne vorherige Aussprache, so dass allenfalls spekuliert werden kann, wie es zu dem Ergebnis kommen konnte. Eine mögliche Erklärung wäre, dass neben den acht anwesenden SPD-Ratsmitgliedern (Irmgard Ibrom fehlte entschuldigt) auch die beiden Ratsherren der Linken für Kemmerling stimmten. Für die schwarz/grüne Liste hätten dann neben dem Bürgermeister auch die vier Ratsmitglieder der Grünen, FDP-Ratsherr Bernhard Diel und die 14 anwesenden CDU-Ratsmitglieder (dort fehlte Andreas Schmale) votiert. Ulrich Biroth (SDA) nahm an der Sitzung ebenfalls nicht teil.

Aufgabe von Freissler und Dr. Rüth ist es, Bürgermeister Hollstein im Wechsel bei repräsentativen Anlässen zu vertreten, wenn er verhindert ist. Außerdem leiten sie dann Sitzungen von Hauptausschuss und Rat. In der Verwaltung haben sie nichts zu sagen, dort übernimmt Stefan Kemper bei Bedarf die Stellvertretung. Sie bekommen neben der Pauschale als Ratsmitglied eine zusätzliche Aufwandsentschädigung.

Begonnen hatte die Ratssitzung mit der Amtseinführung des am 25. Mai mit über 60 Prozent der Stimmen wiedergewählten hauptamtlichen Bürgermeisters Dr. Andreas Hollstein. Als gutes Zeichen dafür, dass Altena einen außergewöhnlich jungen Rat habe, wertete Hollstein die Tatsache, dass diese Aufgabe vom SPD-Ratsmitglied Helmut Göss übernommen werden musste – er ist mit 61 Jahren das älteste Mitglied des Kommunalparlaments.

Nachdem Hollstein seinen Amtseid geleistet hatte, richtete er einige Worte an den Rat. Sein gutes Wahlergebnis betrachte er „als Herausforderung und Verpflichtung“. Die Zusammensetzung des Rates mit vier Fraktionen und zwei Einzelkämpfern betrachte er „als buntes Bild des Wählerwillens“. Er wünsche sich, dass dort „wie in den vergangenen Jahren eine gemeinsame Sprache gesprochen wird“. Stadtfinanzen, Schulen und Stadtentwicklung nannte Hollstein als vorrangige Themen in der begonnen Legislaturperiode. Darüber werde es sicher auch zum Streit kommen. Dagegen sei nichts einzuwenden, wenn dieser konstruktiv bleibe.

Ausschüsse wurden am Montag noch nicht gebildet. Zu Ortsvorstehern wählte der Rat die CDU-Mitglieder Helmar Roder (Dahle) und Jens Peter Fischer (Rahmede). In Evingsen steht Thomas Schmitz (SPD) als Ansprechpartner für die Bürger zur Verfügung.

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