Männerhort im Heizungskeller

Freies Theater Auf Draht feiert gelunge Premiere

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Altena – „ Männer haben’s schwer“ – das wusste schon Herbert Grönemeyer, jetzt nimmt sich auch das Freie Theater Auf Draht dieses Themas an. Vier Exemplare der beklagenswerten Spezies Mann treffen sich immer samstags im Heizungskeller des Happy-Einkaufszentrums, um sich im „Männerhort“ von den Shopping-Strapazen zu erholen.

Stundenlang mussten sie zuvor mit ihren Frauen durch Boutiquen, Schmuckgeschäft und (Gipfel des Grauens) Schuhgeschäfte ziehen. Höchste Zeit für ein Relaxprogramm auf dem Sofa, bei reichlich Dosenbier und Sportschau.

 Der „Männerhort“ stammt aus der Feder von Kristof Magnusson. Das Stück war 2014 ein großer Erfolg in den Kinos. Ein recht junges Werk also, das sich das Freie Theater „Auf Draht“ für die Spielzeit 2019 ausgesucht hat – und das war nicht das einzige Wagnis: Der „Männerhort“ hat nur vier Rollen, die Akteure stehen zwei Stunden lang fast ununterbrochen auf der Bühne – ein großer Unterschied zu den britischen Komödien, die das Ensemble sonst meist spielt, erklärte Regisseurin Kirsten Kreisel nach der überaus gelungenen Premiere im Thomas Morus-Haus: „Da gibt es meistens mehr Rollen und mehr Bewegung“. Das erlaube es den Akteuren, sich hinter der Bühne immer mal wieder zu sammeln.

Mit "Auf Draht" im Männerhort

 Zwei Stunden, vier Männer mit hohem Redebedarf: Die Darsteller mussten für ihre Rollen viel Text lernen. Trotzdem gab es nur ganz selten „Hänger“, die auch so gut wie gar nicht auffielen, weil sie geschickt überspielt wurden. Das und die Tatsache, dass das textreiche Stück nicht einfach heruntergespult wurde, spricht für die hohe Qualität der Darsteller. Neben Auf Draht-Routinier Dietmar Vogt als Helmut gefiel bei der Premiere im gut besuchten Thomas Morus-Haus vor allem auch Jens Weihl, dessen Mimik an vielen Stellen urkomisch war und der den anfangs stellenweise etwas begriffsstutzigen Feuerwehrmann Mario sehr überzeugend verkörperte. 

Erfunden hat den „Männerhort“ einst Helmut, Auslöser war ein traumatisches Erlebnis seines Freunde Waldemar, der nach drei Stunden Sommerschlussverkauf in die Psychiatrie eingewiesen werden musste, wo er es gewiss besser hat als die vier im Männerhort.

 Obwohl: Auch die müssen immer wieder auf die Couch, um das zu verarbeiten, was sie mit ihren Frauen durchleben und durchleiden. Wobei vor allem für Lars (Julian Palla) und Eroll (Thomas Fillinger) eines aber auch klar ist: Ohne Frauen geht es irgendwie auch nicht – ein Spagat, durch den das Projekt „Männerhort“ am Ende existenziell gefährdet wird. 

Mit viel Applaus belohnten die Premieren-Gäste das Ensemble am Samstagabend nach einer rundum gelungenen Leistung. Weitere Vorstellungen sind für Mittwoch (6. November), Freitag (8. November), Freitag (9. November), Freitag (15. November) und Samstag (16. November) geben. Beginn ist um 20 Uhr, Einlass ab 18.30 Uhr. Gemeinsam mit dem Gasthaus Pilling sorgt „Auf Draht“für Speisen und Getränke.

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