Vom Broadway nach Altena

Thomas Fillinger, der in diesem Jahr auch die Regie übernommen hat, in seiner Rolle als Jonathan Brewster. Im Hintergrund: Frank Lengelsen als Teddy Brewster und Ulrike Vogt als Dr. Einstein. -  Foto: Wieschmann

Altena - Ein Jahr lang hat das Ensemble des freien Theaters „Auf Draht“ fleißig geprobt: das Ergebnis präsentierten die Schauspieler am Samstag erstmals auf der Bühne des Thomas-Morus-Hauses. In dieser Spielzeit steht mit dem Boulevardstück „Arsen und Spitzenhäubchen“ ein „echter Klassiker des schwarzen Humors“ auf dem Programm, so der 1. Vorsitzende Dietmar Vogt, der gleich in drei Rollen zu sehen war.

Bevor die Hauptdarsteller die Bühne betraten, gab Dietmar Vogt zunächst eine kleine Einführung für das Publikum. „Ich freue mich sehr, dass wir zur Premiere ein volles Haus haben. Da wir nun bereits die 2. Saison an der neuen Spielstätte bestreiten, will ich auch nicht mehr von einem Provisorium sprechen“, so der Vereinsvorsitzende. Was noch fehle, sei ein Vorhang. Diese Baustelle hofft der Verein in diesem Sommer angehen zu können.

Über das neue Stück musste im Vorfeld eigentlich nicht mehr viel gesagt werden. Die rabenschwarze Komödie des deutschstämmigen Autors Joseph Kesselring wurde am Broadway in New York insgesamt 1 440 Mal vor ausverkauftem Haus zur Aufführung gebracht. „Auf diese Zahl bringen wir es sicher nicht“, so Vogt. Dennoch wird der Klassiker noch sechs Mal in Altena zu sehen sein. Neu im Ensemble dabei waren Nikoletta Wolzenburg als Souffleuse und Julian Palla in seiner ersten größeren Sprechrolle.

„Ich wollte das Stück schon immer mal spielen“, so Thomas Fillinger, der neben der Regie auch noch die Rolle des Jonathan Brewster übernahm. Über den Inhalt des Stück soll an dieser Stelle nicht viel verraten werden. Nur soviel: nach einer kurzen Aufwärmphase kam der morbide Charme des Bühnenklassikers vollends zur Geltung.

Aus einer tollen Gesamtleistung des Ensembles stachen vor allem Carina Todt und Kirsten Kreisel als Abby und Martha Brewster hervor. Der schrullige Wahnsinn der beiden (Mords-)Schwestern entlud sich in treffsicheren Pointen. Auch Frank Lengelsen als vermeintlicher US-Präsident Teddy „Roosevelt“ Brewster hatte die Lacher auf seiner Seite, als er sich mit dem Vorsatz, eine neue Schleuse für den Panama-Kanal ausheben zu wollen“, gleich mehrmals in den Keller des Hauses verabschiedete.

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