Freie Fahrt für die Wehr zum Kohlberghaus

Parkverbot mitten im Wald: Die Feuerwhr weist darauf hin, dass die Wege rund um das Haus Giebel während der Sanierung der Landstraße für Autofahrer tabu sind. Foto: Bender

Altena - „Dabei war mir gar nicht wohl“, gesteht Udo Winter angesichts der bevorstehenden Sperrung des Kohlbergs – schließlich schneidet die Sanierung der Landstraße auch das Kohlberghaus ab, in dem fast 70 schwerst pflegebedürftige Menschen leben.

Wegen der psychischen und geistigen Behinderungen der Bewohner werden im Fall eines Brandes möglichst schnell möglichst viele Einsatzkräfte benötigt – ein Argument, das auch bei Straßen NRW zog. Schnell und unbürokratisch habe der Landesbetrieb gehandelt und immerhin vier Sattelzüge mit Schotter auffahren lassen, um die Waldwege zwischen Haus Giebel und Kohlberghaus in einen für Feuerwehr und Rettungsdienst gut befahrbaren Zustand bringen zu lassen. „Gerade im Bereich Giebel war das eine üble Buckelpiste“, erinnert sich Altenas stellvertretender Wehrführer.

Und dann kam der Bauhof. Der gute Weg nütze schließlich nichts, wenn die Wehr erst gar nicht dorthin komme, argumentiert Winter und erinnert daran, dass rund ums Haus Giebel vor allem am Wochenende oft viele Wanderer parken. Das darf während der Bauarbeiten am Kohlberg nicht sein: Die Zufahrt zur ehemaligen Ausflugsgaststätte ist gesperrt, es gilt überall absolutes Halteverbot. Winter bittet dringend darum, dass diese Regeln auch eingehalten werden. Polizei und Ordnungsamt würden hier in den kommenden Wochen auch regelmäßig kontrollieren, kündigt er an.

Der Weg durch den Wald ist gut beschildert, damit sich auch die Fahrer auswärtiger Rettungsfahrzeuge zurechtfinden. Mit der Neuenrader Feuerwehr sei vereinbart, dass einer ihrer Löschzüge im Fall eines Feuers im Kohlberghaus sofort mitalarmiert werde. Eine Einweisung für diese Einsatzkräfte sei inzwischen erfolgt. Dabei habe auch der Umgang mit den Bewohnern eine Rolle gespielt, berichtete der Leiter der Feuer- und Rettungswache.

Sicher sei die bevorstehende Vollsperrung für manchen Dahler lästig, sagte der Dahler Ortsvorsteher Helmar Roder auf Anfrage. Dennoch sähen die meisten Bürger den Bauarbeiten eher gelassen entgegen. „Wir haben schließlich vehement die Reparatur der Straße gefordert – da müssen wir jetzt auch mit den Konsequenzen leben“, meinte er.

Dass die Dahler jetzt nicht mehr „mal eben über den Berg“ in den Neuenrader Kaufpark fahren können, findet Joachim Schaumann gar nicht schlecht: Davon werde sicher auch der Dorfmarkt profitieren. Schaumann ist Aufsichtsratsvorsitzender der Genossenschaft, die den Laden trägt. von Thomas Bender

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