Bischof bewegt von gelebter Solidarität

Ulrich Slatosch, Stefan Hesse, Uwe Kober, Sandra Schnell (von links) sowie Stefan Kemper (hinten rechts) freuten sich über den Besuch von Bischof Overbeck im Lennetal.
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Ulrich Slatosch, Stefan Hesse, Uwe Kober, Sandra Schnell (von links) sowie Stefan Kemper (hinten rechts) freuten sich über den Besuch von Bischof Overbeck im Lennetal.

In einem Brief an die Bürger im Lennetal hatte Franz-Josef Overbeck am Donnerstag seine Erschütterung und Anteilnahme nach der verheerenden Jahrhundertflut ausgedrückt, am Freitag machte sich der Bischof des Bistums Essen einen persönlichen Eindruck von der Lage vor Ort.

Altena – Erste Station des Bischofs am Freitag war Altena, wo er sich die immensen Schäden am Grennigloher Weg und in der Nette anschaute und Anteil nahm am Unglück der Geschädigten, aber auch um Danke zu sagen an alle Einsatzkräfte und den unzähligen Helfern, die in den vergangenen Tagen „ein wunderbares Zeichen der Solidarität gesetzt haben“. In der Nette betete Bischof Overbeck an dem Ort, an dem vergangene Woche ein Feuerwehrmann im Einsatz ums Leben kam. Nach einem kurzen Zwischenstopp an der Burg Holtzbrinck machte sich Overbeck dann auf den Weg nach Rosmart, um dort zu der Löschgruppe, der der verunglückte Feuerwehrmann angehörte, zu sprechen, aber auch um zuzuhören. Auch ein Besuch der Feuerwehr Werdohl, die in der vergangenen Woche einen Freund und Kameraden aus dem Zug Stadtmitte verloren hatte, stand am Freitag an.

Zeichen setzen

„Mir war wichtig, ein Zeichen der Nähe und Solidarität zu setzen“, sagte der Essener Bischof, den die schrecklichen Bilder und Berichte aus den Regionen, in denen die Flutkatastrophe verheerende Schäden angerichtet hatte, tief erschüttert haben. Er sei aber auch erstaunt, sagte Overbeck an der Seite von Bürgermeister Uwe Kober, Stefan Kemper (Stadtkämmerer und Vorsitzender des Katholikenrates Altena-Lüdenscheid), Diakon und Notfallseelsorger Ulrich Slatosch, Sandra Schnell (Pfarrbeauftragte für die Pfarrei St. Matthäus) und Stefan Hesse (Leiter des Caritasverbandes für das Kreisdekanat Altena-Lüdenscheid), wie viel nach etwas mehr als einer Woche nach der Katastrophe schon „aufgeräumt“ worden sei. „Das ist ein reifes Zeichen für eine Bürgergesellschaft, die weiß, was man tut, wenn man in Not ist“, sagte der Bischof. „Das, finde ich, ist auch im besten Sinne des Wortes ein Zeichen von Christlichkeit, da es an dieser Stelle weit über den Raum der Kirche hinaus einfach alle zusammenhält, die miteinander leben.“ In den vergangenen Tagen seien im Lennetal, aber auch in anderen Gebieten, in denen die Wassermassen immense Schäden angerichtet und Menschen von jetzt auf gleich vor den Trümmern ihrer Existenz gestellt hatte, „unendlich viele Zeichen von Solidarität gesetzt worden“.

Solidarität

Stichwort Solidarität: 50 000 Euro spendet das Bistum Essen gemeinsam mit der Caritas für die Betroffenen, die durch das Hochwasser im Sauerland, aber auch in anderen Teilen des Bistums so viel verloren haben. „Das Geld geht an die Ortsverbände der Caritas, unter anderem in Altena-Lüdenscheid, die es vor Ort an die Menschen verteilen, die es am dringendsten benötigen“, hatte das Bistum bereits vor dem Besuch Overbecks im Lennetal mitgeteilt. Wie viel von dieser Spende nach Altena fließen wird, dazu machte das Bistum keine Angabe. Bürgermeister Uwe Kober sagte in diesem Zusammenhang, dass die Spendenbereitschaft generell „immens“ sei und jede weitere Spende angesichts der immensen Schäden sehr helfe.

„Ich kann mich nur bedanken, dass Sie heute zu uns gekommen sind. Wir haben sehr viel Solidarität erfahren, auch von den Menschen aus dem Bistum. Sie sind die Person, die dafür steht und sich mit uns solidarisch gezeigt hat“, richtete sich Sandra Schnell an den Bischof, der den Menschen im Lennetal, aber natürlich auch in den anderen Überschwemmungsgebieten bei der Herausforderung des Wiederaufbaus „ganz viel Kraft“ wünschte.

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