Frank Neuhaus spielt auf der Landesgartenschau

ALTENA/HEMER  –  Die Sonne lacht. Trotzdem ist es bei nur sechs Grad Celsius lausig kalt auf dem Gelände der Landesgartenschau in Hemer. Frank Neuhaus aus Altena ficht das nicht an. Er genießt das Sonnenlicht, hat eine Kappe „gegen Sonnenbrand“ aufgesetzt und seine Augen mit dunklen Gläsern geschützt.

Mit einem Lächeln auf dem Gesicht zupft er die Gitarre und singt mit wohlklingender Stimme, während er über das Gelände wandert. Besucher bleiben stehen, hören ihm zu, fallen spontan in ein Volkslied ein. Natürlich lassen sie dabei immer wieder ihre Blicke über die Tulpen und Frühblüher gleiten und sich spontan anstecken von der Fröhlichkeit des Musikanten. „Sechs Mal bin ich gebucht“, sagt der Musikpädagoge, der auch in der Erwachsenenbildung arbeitet und sich dann vornehmlich mit Mathe oder EDV beschäftigt. Sechs Mal unterhält der fast Zwei-Meter-Mann die Besucher auf dem weitläufigen Areal „als Walking act“ – „Sänger und musikalischer Unterhalter zwischen den Blumen“, zwinkert er.

„Musik verbindet die Menschen“, ist die Devise des 60-Jährigen, der mit Liedgut der Flowerpower-Zeit, Heino-Stücken oder ganz spontan, als eine Kindergruppe sich um ihn gruppiert, mit Rolf-Zuckowsky-Liedern aufwartet. Und noch einmal schiebt er nach. „Musik ist einfach das Medium, das lebt, nicht der Computer, obwohl ich auch den bedienen kann.“

„Noten brauch‘ ich nicht“, sagt Neuhaus, der heute mit einer Ovations – wörtlich übersetzt wohl Beifall-Gitarre – gekommen ist. „Die stammt aus den USA. Herrlicher Klang“, sagt‘s und greift wieder in die Saiten. Er zupft, schlägt, spielt langsam, schnell, dann rhythmisch, so wie beispielsweise beim neuesten Song von Hannah Montana. „Kennt ihr doch, oder?“, bindet er Teenager, die mit der Schule das LGS-Gelände erkunden, spontan in seine Musik mit ein. „Können Sie auch Butterfly, fly away?“, fragt ein vielleicht 15-jähriges Mädchen und Frank Neuhaus stimmt es übergangslos an. „Ich kenne natürlich die Sounds von Hannah Montana, habe mich im Internet informiert. So was ist Pflicht für Musiker.“

Die Monogitarre, eine von zwei hochwertigen Instrumenten, die der Vollblutmusiker aktuell besitzt, „hat keinen Namen. Ich bin doch nicht Zuckowski, der nennt sein Instrument Tweedy“, lacht der Altenaer.

An allen Schnapsdaten des laufenden Jahres, also dem 6.6., 7.7., 8.8., 9.9. und 10.10., musiziert er auf der Landesgartenschau. „Am 8. August habe ich große Konkurrenz. Dann kommt Heino. Also ich sage mal, wenn der nicht kann, dann mach ich den Leuten den Heino.“

Die LGS findet Neuhaus „einfach schön“, kennt das Gelände selbst von früheren Auftritten bei Bundeswehr-Familientagen. „Da habe ich auch schon Flower power gespielt. Oder Protestsongs. So schließt sich hier ein Kreis“.

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