Fragen an verschiedene Branchen / Kino, Fitness-Studio, Tanzschule

Angst vor dem Lockdown?

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Yoda persönlich erinnert im Apollo-Service-Kino an die Einhaltung der Abstandsregeln.

Altena – James Bond ist schon verschoben und kann derzeit nicht viel ausrichten - und droht nun vielleicht sogar ein neuer Lockdown? Das wäre schlimm für viele Kinos, natürlich auch für das Apollo-Theater in der Nette. „Aber wenn es so käme, müssten wir auch da durch“, sagt Nicole Güldner, die Inhaberin. Von März bis Juni hatte sie schon einmal demonstriert, dass es geht und die Stillstandszeit unter anderem für Renovierungen genutzt.

 Weiterhin gelten im Kino in der Nette strenge Hygieneschutz-Auflagen, die bei 1,5 Meter Abstand von Besucher zu Besucher nicht Halt machen. Es wird zum Beispiel regelmäßig desinfiziert und es gilt Maskenpflicht auch am Platz, die nur ausgesetzt werden kann, wenn die Besucher etwas essen oder trinken.

Grundsätzlich haben die Kinosäale, davon gibt es im Apollo zwei, gewisse Vorteile, berichtet Nicole Güldner. „Wir haben große Deckenhöhen“ nennte die Inhaberin einen davon, dazu komme die Tatsache, dass es einen erhöhten Raumluftwechsel gebe, der sich auf einen fünffachen Austausch pro Stunde beläuft. Die Luftreinigung wird zudem durch UV-C Licht verstärkt. Einen weiteren Vorteil führt die Kinobetreiberin im Zusammenhang mit den gefährlichen Aerosolen noch an: „Es wird ja nicht viel gequatscht bei uns“.

 Im Gespräch mit dem Hauptverband der Deutschen Filmwirtschaft (HDF) habe sie erfahren, dass vom Kinobetrieb offenbar nur eine geringe Infektionsgefahr ausgeht: „Im Kino hat sich deutschlandweit noch niemand infiziert“, gibt Nicole Güldner eine Information des HDF weiter. Generell gelte aber: „Man muss jetzt auf die Zahlen gucken“, so die Kinobetreiberin mit Blick auf das Infektionsgeschehen, dass zuletzt auch im Märkischen Kreis angestiegen ist. Es sei nicht zu übersehen, „dass die Einschläge näher kommen“, so Güldner mit Blick auf die jüngsten Corona-Zahlen aus Lüdenscheid oder Iserlohn. Die Lage sei selbstverständlich alles andere als angenehm. Güldner spricht, eher mit Blick auf die großen Kinos, von einem „freiem Fall“. Es fehlten die Blockbuster, eben nicht nur James Bond. Glücklicherweise habe das Apollo-Kino aber ein besonders treues Publikum: „Darauf kann ich stolz sein“, meint Nicole Güldner.

Natürlich mache er sich „gewisse Sorgen“, sagt Olaf Diembeck, Tanzlehrer und Inhaber der gleichnamigen Tanzschule im Stapelcenter. Aber er verweist auf ein „tolles Hygienekonzept“, das vom Bundesverband deutscher Tanzlehrer erarbeitet worden sei und für das es schon vor dem Lockdown eine umfangreiche Schulung gegeben habe. Er stehe in ständigem Kontakt mit dem Ordnungsamt und dem Gesundheitsamt. „Das Konzept greift, mehr geht einfach nicht“, befindet Diembeck. „Wir tun, was in unserer Macht steht“, zeigt sich der Tanzlehrer grundsätzlich zuversichtlich. Neue Kurse gibt es derzeit nicht in der Tanzschule Diembeck. „Das könnte Januar werden“, sagt der Tanzlehrer.

Mit den bestehenden Gruppen gehe der Betrieb aber weiter. „Wir haben kleine Gruppen, da ist es immer möglich, die erforderlichen Abstände einzuhalten.“ Der Zusammenhalt in den einzelnen Kreisen sei zudem sehr gut. „Darauf kann ich stolz sein“, ist sich Olaf Diembeck im Übrigen mit Nicole Güldner einig über die Beständigkeit seiner Klientel.

Bei Physiotherapeut Jacob Steinkusz an der Hagener Straße, der auch einen Fitness-Bereich anbietet, zeigt man sich im Hinblick auf einen möglichen Lockdown eher gelassen. „Wir sind als Physiotherapeuten systemrelevant, wir müssen geöffnet haben“, berichtet Jacob Steinkusz. Dass ändere sich nur in dem Fall, wenn „Patient X“ mit einer Corona-Infektion in der Praxis gewesen sei. „Dann müssten wir für 14 Tage schließen. Aber das wollen wir nicht hoffen.“ Natürlich sei klar, „dass die Angst eine Rolle spielt“, so Steinkusz weiter. So habe es beim ersten Lockdown etliche Absagen von Patienten gegeben, obwohl der angegliederte Fitness-Bereich geschlossen gewesen sei. Ganz generell appelliert Steinkusz: „Wer Krankheitssymptone hat, der sollte zuhause bleiben.“

 „Ob es einen zweiten Lockdown geben wird, da bin ich nicht sicher“, heißt es im Salon Bodrum im Stapel-Center. Inhaberin Burcu Gökmen kann aber beobachten, dass sich die neue Coronawelle auf das Verhalten der Kunden auswirkt. „Ich glaube, viele haben Angst. Die Zahl der Kunden geht zurück“, sagt Burcu Gökmen.

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