Fotografin Ulrike Feyerabend geht unter die Copter-Piloten

+
Ulrike Feyerabend mit ihrem Quadracopter. Im Hintergrund das Behördenviertel.

ALTENA - Fotografen brauchen ein gutes Auge für das richtige Motiv. Ulrike Feyerabend kann sich glücklich schätzen, denn sie hat gleich drei davon - zwei eigene und ein fliegendes - genau genommen sogar fünf fliegende.

Eines davon hört auf den Namen DJI Phantom Vision II und ist mit einer ultra-weitwinkeligen Kamera ausgestattet. Es ermöglicht Perspektiven, von denen erdgebundene Fotografen nur träumen können.

Dabei ist die 52-jährige Altenaerin keineswegs abgehoben, seit sie ihre fotografischen Möglichkeiten durch Luftunterstützung ungeheuer ausgebaut hat. „Am Anfang habe ich gedacht, ich raff’ das nie“, sagt sie mit Blick auf die Fernsteuerung ihrer „Fotodrohne“ – ein Begriff, der in der wachsenden Gemeinde der High-Tech-Modellfliegerei übrigens nicht sonderlich beliebt ist, wohl wegen seiner Nähe zu militärischem Gerät. Tatsächlich handelt es sich um ein Modellflugzeug, im englischen Sprachraum auch UAV (unmanned areal vehicle) genannt, ein unbemanntes Luftfahrzeug also.

Wenn die Phantom Vision II abhebt, entfachen vier mit hoher Drehzahl arbeitende Elektromotoren an den Zweiblatt-Propellern kurz das Geräusch mehrerer ziemlich wütender Bienenschwärme. Ist der Quadrocopter, so genannt wegen seiner vier Antriebseinheiten, dann aber in der Luft und ein paar Meter entfernt vom Piloten, bleibt es bei einem friedlichen Summen.

Jetzt kann der GPS-gestützte Fotoflug beginnen - oder der Videoflug. Über ein Smartphone, das mittels WLAN-Verbindung mit dem fliegenden Auge kommuniziert und dessen genaue Koordinaten anzeigt, kann die Pilotin sehen, was die Kamera sieht und dann wählen, ob einzelne Fotos oder Bewegtbilder aufgenommen werden sollen. „First person view“ oder kurz FPV heißt dieses faszinierende kleine Extra.

Die Kamera lässt sich über diese Smartphone-Fernsteuerung übigens auch neigen oder bis zu einem gewissen Winkel heben. Die Flugsteuerung des Quadrocopters selbst aber übernimmt eine Fernsteuerung, wie sie im Modellflug bekannt ist.

„Das macht einfach tierisch Spaß“, sagt Ulrike Feyerabend mit einem Lächeln. Doch dem Spaß sind natürlich auch Grenzen gesetzt: „Tabu sind natürlich Militärgebiete, Nachbars Garten von oben, wenn Frau X sich sonnt oder mitten über Menschenansammlungen zu fliegen!“, erklärt die Copter-Pilotin. Auch um Bahnanlagen oder Hochspannungsmasten macht die Copter-Fliegerei einen Bogen.

Die gelernte Krankenschwester ist wegen ihrer gewerblichen Nebentätigkeit als Fotografin mit einer offiziellen „Aufstiegsgenehmigung“ des Luftfahrtbundesamt in Münster – und natürlich einer speziellen Drohnenhaftpflichtversicherung – ausgestattet. Bis zu 100 Meter Höhe darf die fliegende Kamera aufsteigen, „aber das ist in vielen Fällen gar nicht notwendig“, berichtet Ulrike Feyerabend. Schon in 50 Metern Höhe sehe die Welt ganz anders aus.

Und ein Schmankerl zum Schluss: Durch eine spezielle Sicherung (Naza) und den Modus „Return to home“ (zurück nach Hause) kann der Copter eigenständig ohne Eingreifen in die Steuerung zum durch GPS ermittelten Startpunkt zurückfliegen – und selbstständig landen. - Von Thomas Keim

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare