Entschluss gefallen

Nach 42 Jahren: Traditionsgeschäft im Märkischen Kreis gibt auf

Geschäftsaufgabe: Karl-Heinz Straker (r.) schließt seinen Laden am Markaner. Vermieter Ersan Acer kam, um sich zu verabschieden.
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Geschäftsaufgabe: Karl-Heinz Straker (r.) schließt seinen Laden. Vermieter Ersan Acer kam, um sich zu verabschieden.

Nach 42 Jahren schließt ein Traditionsgeschäft Mitte Dezember. Allerdings ist das Coronavirus nicht der Grund für die Schließung.

Altena – Es hätte schon vor zwei Jahren so weit sein können, aber jetzt ist der Entschluss endgültig gefallen: Karl-Heinz Straker wird sein Fotogeschäft am Markaner schließen. „Ich schließe nicht, weil es nicht läuft“, sagt der Händler. Aber es sei jetzt an der Zeit. „Ich bin Rentner geworden“, sagt Straker. Anders die Lage in Evingsen, wo ein Laden schließen musste, weil zu wenige Kunden kamen.

Nicht weniger als 42 Jahre hat er das Geschäft geführt. In dieser langen Zeit habe es viele Kontakte gegeben. „Viele Kunden sind Bekannte oder gar Freunde geworden“, blickt Karl-Heinz Straker zurück. In Dortmund geboren und aufgewachsen, ist der Foto-Kaufmann in der Burgstadt nicht nur geschäftlich, sondern auch privat heimisch geworden. „Ich bin Altenaer geworden“, sagt Straker.

Kunden appellieren: „Sie können nicht aufhören“

Es fällt ihm sichtlich schwer, den Schritt zu gehen. „Ich habe es immer sehr gern gemacht, jeden Tag.“ Deshalb sei es ein „trauriger Moment“ gewesen, als er die Plakate mit dem Hinweis auf den Ausverkauf ins Schaufenster hängte. Es habe nicht lange gedauert, da seien die ersten Kunden mit einem Appell in den Laden gekommen. „Nein, das geht nicht, Sie können nicht aufhören.“

Bis zum 15. Dezember gibt es den Fotoladen noch, dann wird Altena ein weiteres Geschäft fehlen. Was aus dem Ladenlokal wird, ist noch offen, sagt Vermieter Ersan Acer. Es werde aber bereits Ende November einen Architekten-Termin geben, um Möglichkeiten zu besprechen, was auch baulich im Haus verändert werden könnte.

Viele Veränderungen miterlebt

Einen weiteren Leerstand, den viele Bürger in Altena beklagen, soll es nicht geben. Vom langjährigen Mieter bekam Ersan Acer bei dieser Gelegenheit ein Lob: „Er ist ein sehr guter und aufmerksamer Vermieter.“

Neben der kritischen Entwicklung der Innenstadt hat Karl-Heinz Straße natürlich die Entwicklung in seiner Branche, der Fotografie, verfolgt. Die größte Veränderung bedeutete hier der Wechsel von der analogen Fotografie auf Kleinbildfilm hin zu den digitalen Kameras mit Sensoren.

Analoge Kamera bleibt

Skeptisch habe er dem Wandel nicht gegenüber gestanden, „aber natürlich hängt man auch ein bisschen am Alten. Das war natürlich eine andere Welt“, sagt Straker rückblickend. Er beobachte aber, dass nach wie vor viele Negativ-Filme gekauft würden. „Und wenn die Kunden mit ihrer analogen Kamera zufrieden sind, dann soll man ihnen doch den Spaß lassen.“

Den Kollegen vom Handel, und dabei erwähnt Karl-Heinz Straker ausdrücklich den Stadtmarketingverein, „drücke ich für die Zukunft beide Daumen“.

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