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Von Schottenröcken und super Stimmung

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Von: Thomas Krumm

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Die drei Barden der Formation „North Sea Gas“ waren nicht zum ersten und wohl auch nicht zum letzten Mal in Altena.
Die drei Barden der Formation „North Sea Gas“ waren nicht zum ersten und wohl auch nicht zum letzten Mal in Altena. © Krumm, Thomas

Ausgelassene Stimmung, chorischer Publikumsgesang und ein Trio, das sein Publikum mit schottischen Volksliedern erfreute: Nur knapp schrappte die mit etwa 50 Besuchern gefüllte Burg Holtzbrinck am Samstagabend, 19. März, an der Verwandlung in einen schottischen Pub vorbei.

Altena – Dazu trug auch der Auftritt einiger Besucher im Schottenrock bei. Die drei Barden der Formation „North Sea Gas“ waren nicht zum ersten und wohl auch nicht zum letzten Mal in Altena: Ronnie MacDonald deutete an, dass das Trio gerne wiederkommen würde. Dann warf er einen skeptischen Blick auf seine Mitspieler Grant Simpson und Dave Gilfillan, denen jeglicher Jugendwahn fremd ist, und scherzte: „Warten Sie nicht zu lange, uns noch mal zu fragen.“

„Das Benzin ist so teuer“

Auch diese drei Musiker litten unter den Corona-Einschränkungen: „Die letzten beiden Jahre waren ein bisschen schwierig“, berichtete Ronnie MacDonald. „Wir haben nicht viele Konzerte gespielt.“ Auf Corona folgte die kriegsbedingte Energiekrise: „Das Benzin ist so teuer. Man kann überhaupt nicht mehr fahren.“ Umso wichtiger war ein vergnüglicher Abend, um sich ausnahmsweise über andere Aspekte des Lebens zu freuen. Das „Ahhh!“ zur Begrüßung diverser Liebeslieder lernten die Besucher schnell. Auch ein teilweise auf Gälisch gesungenes Lied war dabei. „Wenn Sie es nicht verstehen - macht nichts. Wir verstehen es auch nicht“, log Ronnie MacDonald.

Geschichten gehen nicht immer gut aus

Nicht immer gingen die Geschichten gut aus. Da klagte auch mal ein in Edinburgh sitzengelassener Mann, dessen Frau und Kind in Richtung London verschwunden waren. Unter Verzicht auf übertriebenen Nationalismus sangen die Schotten auch den bitteren Gefängnis-Song „Over the hills and far away“. Ein kleiner Kommentar musste sein: „Das ist leider ein englisches Lied.“ Auf Platz Zwei in der Rangfolge der Themen rangierte moderater Alkoholkonsum: „Take me out drinking tonight“. „Whisky, whisky“ sei ein schottisches Lied gegen das Whisky-Trinken, schwindelte Ronnie MacDonald, der seine Fiddle mit viel Schwung strich. Grant Simpson spielte Gitarre und Bouzouki, Dave Gilfillan war ebenfalls an Gitarre und zudem einem Banjo aktiv, was die Klangfarben im Laufe des Abends enorm bereicherte. Er schlug auch die irische Rahmentrommel Bodhrán und sorgte damit für rhythmischen Schwung. Als Sänger waren alle drei Musiker gefragt - besonders schön bei A-cappella-Stücken, unter denen sich auch ein prächtiger Shanty befand.

Ältere Herren müssen ins Bett

Gegen Ende des Konzerts wurde Ronnie MacDonald schließlich ein bisschen streng: „Die älteren Herren müssen ins Bett gehen.“ „We want more“, forderte das recht ausgelassen feiernde Publikum dennoch hartnäckig und wurde mit zwei Zugaben belohnt, deren Texte zu ihrer Platzierung passten: „A little bit more“ und „I’m going home“. Das bezog sich auf die Rückkehr ins gelobte Land - nach „Caledonia“.

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