Formale Fehler bei BGA-Schulleiterfrage

ALTENA – Noch vor den Sommerferien eine Ernennungsurkunde für Hans Ulrich Holtkemper? Das hat der Regierungspräsident unlängst bei einem Besuch in Altena versprochen – und muss jetzt heftig zurückrudern: Wie gestern berichtet, hat das Verwaltungsgericht Holtkempers Wahl durch die Schulkonferenz gekippt. Damit beginne das Verfahren jetzt von vorne, erklärte Christoph Söbbeler, Pressesprecher der Bezirksregierung, jetzt auf Anfrage. Heißt: Die Stelle wird jetzt noch einmal ausgeschrieben, die Bewerbungen werden von der Schulaufsicht gesichtet, dann tagt die Schulkonferenz ein weiteres Mal – ein zeitraubendes Verfahren.

„Ein formaler Fehler“ bei der Schulaufsicht sei Grund dafür, räumte Söbbeler auf Anfrage ein und wies darauf hin, dass das Gerangel um die Schulleiterstelle am Gymnasium schon lange andauere und deshalb auch für die erfahrenen Beamten der Schulaufsicht sehr ungewöhnlich sei. Warum Holtkemper zweimal beurteilt wurde und warum diese Beurteilungen sich voneinander unterscheiden, darüber wollte der Pressesprecher mit Hinweis auf Holtkempers Persönlichkeitsrechte nichts sagen – dabei war genau das für die Verwaltungsrichter der Knackpunkt: Die dienstliche Beurteilung, die der Schulkonferenz vorlag, sei „nicht plausibel“ und hätte deshalb nicht Grundlage der Entscheidung werden dürfen. Nicht hinterfragt wurde von den Richtern, ob die Beurteilung bei der Entscheidungsfindung überhaupt eine Rolle spielte. Die Schulkonferenz, bestehend aus Lehrern, Eltern und Schülern sowie einem Vertreter der Stadt, sprach sich nach Informationen unserer Zeitung einstimmig für Holtkemper aus. Der zweite Bewerber – Frank Hoffmann aus Dahle – ging völlig leer aus, schaltete dann aber trotzdem das Gericht ein.

Von einer „absolut verfahrenen Situation“ sprach gestern Bürgermeister Dr. Andre as Hollstein, wies aber auch darauf hin, dass die Stellenbesetzung unter der Regie der Bezirksregierung in ihrer Rolle als höhere Schulaufsicht laufe – „die Stadt hat damit praktisch nichts zu tun“. Er rechne es Holtkemper hoch an, dass der trotz des Hickhacks um die Stelle die Motivation nicht verliere, sondern viel für die Entwicklung des Gymnasiums geleistet habe. Dabei werde er zum Glück „von einem engagierten Kollegium unterstützt¨– einen Konrektor bekomme das Gymnasium nämlich erst, nachdem Holtkemper endlich zum regulären Schulleiter ernannt worden sei, sagte der Bürgermeister.

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