Schädlinge befinden sich noch im Winterschlaf

Schwere Maschinen würden auf den jetzt aufgeweichten Forstwegen zu Problemen führen.

ALTENA ▪ Für die Holzernte, die normalerweise bei knackigem Frost um diese Jahreszeit auf Hochtouren läuft, ist das milde Wetter eher ein Hemmnis. Waldschädlinge lassen sich von den Temperaturen derzeit aber nicht aus der Ruhe bringen. „Sie sind alle noch im Winterschlaf“, sagte ein Forstwirt im Gespräch mit unserer Zeitung.

Revierförster Christoph Schäfer sieht vor allen Dingen mit Sorge auf seine Forstwege. „Da ist es wenig förderlich, wenn jetzt schwere Maschinen bei der Holzernte sind. Das hinterlässt schon Spuren.“

In der Tier- und Pflanzenwelt könne und dürfe man natürlich nichts relativieren. „Doch die Junghasen, für die ist das milde Wetter gar nichts“, sagt der Waidmann. Rehwild, aber ganz besonders Schwarzwild, fände jetzt genügend Nahrung. Keine Frage. Aber die Zeit der Treibjagden gehe vorbei. „Es sind schon Frischlinge im Anmarsch“, so der Waidmann. Christoph Schäfer verblüfft, wenn er sagt, dass der Waldschädling Nummer eins, der Borkenkäfer, zurzeit ein eher unangenehmes Leben führe. „Hohe Außentemperaturen bedeuten für ihn, das er mehr Energie aufwenden muss, was ihm im Winter gar nicht leicht fällt.“ Er persönlich hätte lieber Frost, das täte auch dem Wald gut, meint der Fachmann. Ob wegen der hohen Wildpopulation die Abschussquoten erhöht werden müssen, auch das konnte und wollte Schäfer nicht kommentieren. Das müsse man erst in Ruhe ermitteln. Übrigens: Auch die gemein hin als „Waldpolizei“ bezeichneten Ameisen verursachen im feuchten Winter enorme Schäden. Sie befallen gerne Fichten und zernagen dann von innen das Holz. Ein solcher Baum könne nicht mehr geerntet und damit vermarktet werden. ▪ Von Johannes Bonnekoh

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