Förderverein dreht dem Krankenhaus Geldhahn zu

Der Förderverein will das Krankenhaus nicht mehr unterstützen.

ALTENA - Der Förderverein St. Vinzenz dreht dem Krankenhaus den Geldhahn zu. Bereits fest zugesagte Mittel für die Anschaffung von so genannten Telemetrie-Geräten werden damit nicht fließen – sie würden ja wohl nicht mehr gebraucht, sagte Dr. Andreas Hollstein in seiner Eigenschaft als stellvertretender Vorsitzender. Der Vorsitzende Wilfried Ramsbott befindet sich zurzeit im Ausland. Das Vorgehen sei aber mit ihm abgestimmt, teilten Hollstein und der Schatzmeister Joachim Broer gestern morgen mit. Von Thomas Bender

Der Förderverein wurde 1999 gegründet und hat seither rund 250 000 Euro an das Krankenhaus überwiesen. Das Geld stammt nicht nur aus den Beiträgen der rund 150 Mitglieder, sondern vor allem auch aus Spenden beispielsweise anlässlich runder Geburtstage oder auch bei Trauerfällen.

In einem Schreiben an Aufsichtsrat und Geschäftsführung des Krankenhauses heißt es, die Mitglieder des geschäftsführenden Vorstandes seien „enttäuscht über die Informationspolitik und die Handlungsweise der katholischen Kirche als Träger“. Nicht einmal ansatzweise sei der Förderverein informiert gewesen – „wir empfinden diese Vorgehensweise als Täuschung und Geringschätzung unserer Arbeit“.

Hollstein und Broer riefen die Altenaer gestern trotz alledem dazu auf, dem Förderverein treu zu bleiben oder gar neu beizutreten. Denn: Er will sich an die Spitze der Protestbewegung gegen die beabsichtigte Umwandlung des Krankenhauses stellen. Dabei gehe es nicht nur darum, sinnvoll erscheinende Aktionen „zu bündeln und zu koordinieren“, sondern sie auch zu finanzieren. Dafür stehe ein fünfstelliger Betrag zur Verfügung. Schon nächste Woche sollen erste Entscheidungen fallen.

Wie inzwischen auch bekannt wurde, hat das Krankenhaus 2009 auf zusätzliche Einnahmen in Höhe von mindestens 50 000 Euro verzichtet. Seit der Übertragung des Rettungsdienstes an den Märkischen Kreis steht ihm für die Einsätze der Notärzte mehr Geld zu. Mehrfach habe der Kreis entsprechende Gesprächsangebote gemacht, jedoch nie eine Reaktion des Krankenhauses erhalten, berichten Insider

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