Förderschwerpunkt Lernen und Sprache: Standort Altena wird der größte der Mosaikschule

Förderschule soll zum Nüggelnstück

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Das Schulgebäude am Nüggelnstück bietet sich aus Sicht der Kreisverwaltung für die Förderschule an. Dort könnte der größte Standort der Mosaikschule entstehen.

Altena - Überraschende Entwicklung in Sachen Förderschule: Der Standort Altena der Mosaikschule soll in das ehemalige Gebäude der Hauptschule Rahmede am Nüggelnstück umziehen und deutlich ausgeweitet werden. Das empfiehlt die Kreisverwaltung in einer Vorlage für den Kreisschulausschuss, der sich nächste Woche mit dem Thema beschäftigen wird.

Wie berichtet, streben der Kreis und die Kommunen der Lenneschiene und des Südkreises eine Neuordnung der Förderschullandschaft an, bei der der Kreis alleiniger Schulträger wird und die Friedensschule mit Standorten in Lüdenscheid und Plettenberg übernimmt. Sie wird mit der kreiseigenen Mosaikschule zusammengeführt, die drei Standorte haben soll: Lüdenscheid, Meinerzhagen und einen im Lennetal. 

Um letzteren wurde in der Vergangenheit gerungen – vor allem Plettenberger Eltern sahen allzuweite Schulwege auf ihre Kinder zukommen. Deshalb bat der Kreis die Stadt Werdohl um Vorschläge. Die brachte nach einigem Hin und Her ihre ehemalige Hauptschule am Riesei ins Gespräch. 

Steigendes Interesse

Dass jetzt doch alles anders werden soll, hat auch mit steigenden Schülerzahlen zu tun: Mehr Eltern als erwartet entscheiden sich gegen Inklusion und für eine gezielte Förderung durch geschulte Sonderpädagogen. 

Außerdem gibt es neue Entwicklungen, was die Unterbringung in Lüdenscheid angeht: Eigentlich sollte die Mosaikschule dort in die ehemalige Friedensschule umziehen. Dort machte das Gebäudemanagement der Kreisverwaltung allerdings einen Investitionsbedarf von etwa fünf Millionen Euro aus. 

Außerdem reicht dort der Platz nicht. Jetzt soll der bisherige Lüdenscheider Standort in Gevelndorf beibehalten werden. Die Kreisverwaltung schlägt vor, dort ab 2018 die Förderschwerpunkte Emotionale und Soziale Entwicklung anzusiedeln. 

In Altena sollen Erst- bis Zehntklässler der Förderschwerpunkte Sprache und Lernen beschult werden. Diese Schule soll als Ganztagsschule geführt werden. Setzt sich dieser Vorschlag durch, dann wäre Altena der mit Abstand größte Standort der Mosaikschule: Gut 150 Schüler werden im kommenden Schuljahr für den Förderschwerpunkt Lernen erwartet, knapp 100 Schüler brauchen Unterstützung bei der emotionalen und sozialen Entwicklung. 

Hauptschule am Riesei zu klein

Für 150 Schüler reicht am Drescheider Berg, der bisherigen Altena-Depandance der Mosaikschule, der Platz nicht aus. Auch die ehemalige Hauptschule am Werdohler Riesei mit ihren 12 Klassenräumen ist nach Ansicht der Kreisverwaltung zu klein. Außerdem müsste sich die Förderschule dort Fachräume und die Turnhalle mit der benachbarten Gesamtschule teilen. 

Für Werdohl sprechen die Kosten: Während dort nur 370 000 Euro investiert werden müssten, wären es in Altena gut 1,4 Millionen Euro. Davon entfallen 921000 Euro auf die räumliche Instandsetzung, 250 000 Euro auf die IT-Ausstattung, 200 000 Euro auf die Fachräume und 60 000 Euro auf Spielgeräte im Außenbereich – schließlich wird die Förderschule auch von Erstklässlern besucht. 

Sporthalle, 20 Klassenräume, ein großes Außengelände und Räume für den Ganztag – die Vorlage für die Sitzung des Kreisschulausschusses lässt keinen Zweifel daran, dass man im Kreishaus sehr angetan ist von den Möglichkeiten, die das Schulgebäude in der Rahmede bietet. 

Gebäude steht seit 2016 leer

Folgerichtig lautet der Beschlussvorschlag, dass die Kreisverwaltung mit der Stadt Altena über den Standort verhandeln möge. Das wird die gerne tun, schließlich steht das Gebäude seit 2016 weitestgehend leer. Bei der Verhandlung über die Miete orientiere sich die Stadt in solchen Fällen an den kalkulatorischen Kosten, verriet Altenas Kämmerer Stefan Kemper gestern. Was aus dem nach dem Auszug der Förderschule leerstehenden Schulgebäude am Drescheider Berg werden soll, sei noch offen. 

Entscheidet sich der Kreisschulausschuss für den Vorschlag, dann wäre das für Altena sehr positiv. Hauptleidtragende eines solchen Beschlusses wären Förderschüler aus Plettenberg, die zukünftig in Meinerzhagen zur Schule gehen sollen und damit einen Schulweg von etwa 30 Kilometern haben werden.

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