Profis am Werk: Catering für 120 Personen

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Die Schüsseln zeigen es: Hier geht es um richtig große Mengen. Die Förderschüler haben schon Veranstaltungen mit über 150 Gästen bekocht. ▪

ALTENA ▪ Das ObSt-Büro ist in aller Munde. Dabei ist die Schülerfirma des Burggymnasiums alles andere als einmalig. An der Förderschule gibt es sowas schon seit Jahren – und das ohne den Einsatz irgendwelcher Fördermittel, dafür aber höchst erfolgreich.

Ein Büfett für 120 Personen zusammenstellen, vom Einkauf über die Zubereitung der diversen Speisen bis zum Reinigen der Küche - eine Horrorvorstellung für jede Hausfrau. Annette Homberg nimmt das ganz gelassen. Sie betreut die Schülerfirma der Förderschule am Drescheider Berg und kocht regelmäßig in der Schulküche gemeinsam mit Schülern und Schülerinnen des achten und neunten Jahrgangs. Und zwar auch im großen Stil und für Kunden „außer Haus“.

Entstanden ist das „Projekt Schülerfirma“ schon vor vier Jahren, als nicht alle Zehntklässler einen Langzeit-Praktikumsplatz erhielten. „Anfangs haben wir nur verschiedene Sorten Brot und Brötchen gebacken“, berichtet die gelernte Diätassistentin, Konditorin, Bäckereifachverkäuferin und sozial-pädagogische Familienhelferin.

Doch das Projekt im Bereich außerschulisches Engagement war ein Selbstläufer, die Aufträge wurden immer größer. „Für das Cafe im SOS-Kinderdorf backen wir regelmäßig Kuchen“, erzählt Relana und schält fleißig Kartoffeln. 15 Kilo wurden gestern zu Kartoffelsalat verarbeitet. Aber auch die SPD bestellt regelmäßig bei der Schülerfirma, das Rathaus und einige Firmen wurden bereits beliefert und auch bei Privatpersonen hat sich die individuelle Gestaltung der Torten und Kuchen positiv herum gesprochen.

„Schule der Zukunft“ darf sich die Förderschule nennen. Anlässlich der Verleihung des Zertifizierungssiegels hat die Schülerfirma sogar für 180 Personen gekocht – der bisher größte Auftrag.

„Ohne Annette Homberg wäre das Projekt in der Vielfalt und Qualität nicht möglich. Sie ist mit Herzblut bei der Sache“, bestätigt Schulleiterin Anna Christoforidis. Aber auch die Schüler müssen mitziehen. Und die sind voll und ganz bei der Sache.

Gurken schälen, Äpfel schneiden, Frikadellen braten, die Mini-Quiches rechtzeitig aus dem Ofen holen - die Aufgaben sind gerecht verteilt. Relana und Anna kochen auch zu Hause gerne und bei Annette Homberger lernen sie so manchen Trick. Dabei geht es nicht nur um das reine Kochen, sondern auch um Fragen der Logistik , um Kalkulation und derlei mehr.

Gestern gingen die Förderschüler mit besonderem Ehrgeiz an die Sache: Das Büfett war für die Hochzeit von Annette Hombergers Tochter gedacht. Zusätzliche Schwierigkeit: Vegetarier und Veganer mussten auch davon satt werden.

„Unsere Preise sind recht günstig und die Einnahmen kommen den Schülern zu Gute“, erklärt Homberger das Konzept des Unternehmens. Der Überschuss wird für Aktionen der beteiligten Schüler genutzt. Eine Reise nach Kroatien möchten sich die Schüler in diesem Jahr „erwirtschaften“. „In Paris sind wir schon gewesen“, berichtet Daniel und arbeitet dafür gerne locker 10 Stunden in der Küche. ▪ Silvia Sauser

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