Förderschule mit Berufssiegel ausgezeichnet

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Schulleitung, Kollegen und Oberschüler der Förderschule am Drescheider Berg.

ALTENA - „Wir haben in unserer Schule jeden einzelnen jungen Menschen individuell im Blick. Dass wir jetzt mit dem Siegel ,Berufswahlorientierte Schule’ ausgezeichnet worden sind, erfüllt uns mit Stolz. Es ist aber auch gleichzeitig ein Zeichen, dass unsere Arbeit hier wertgeschätzt wird“. Das sagt Schulleiterin Anna Christoforidis von der Förderschule am Drescheider Berg. (AK berichtete bereits).

Das Team aus 14 Lehrerinnen und Lehrern, einschließlich der Lehramtsanwärter, aber ganz besonders auch die Elternschaft und die Paten aus Industrie und Handwerk, haben die Juroren der Agentur Mark beim Audit vor Ort überzeugt. „Klein aber fein“, das sei sein Gedanke gewesen, so Laudator Hans-Holger Holz in Hagen bei der Preisverleihung. Diese an sich kleine Schule (80 Kinder) verfüge über ein gutes und großes Netzwerk zu Handwerks- und Industriebetrieben, die ihrerseits die Zusammengehörigkeit zur Schule bereits mit der Einstellung von jungen Auszubildenden unter Beweis gestellt hätten. Das Angebot – so der Laudator – sei ausgesprochen vielfältig und reiche von sozialen Berufen (Altenpflege, Krankenhaus, Kindergärten) bis hin zu Großküchen, aber auch Handwerksbetrieben und der Metallindustrie.

„Es ist uns wichtig, keinen unserer Schüler zu verlieren“, sagt Manuela Falkenstein. Die Lehrerin ist am Drescheider Berg als Sturo – also Studien- und Berufswahlkoordinatorin, tätig. Gemeinsam mit ihren Kollegen ist ihr wichtig, dass die Kinder am Drescheider Berg zunächst einen Abschluss machen. Dann gilt es gemeinsam die weiteren Weichen zu stellen. Dabei hilft das bvB - das Berufsvorbereitungswerk - das Schüler in elf Monaten zur Ausbildungsreife führen soll. „Es ist unser Bestreben, möglichst alle zunächst in Praktika und dann in eine Beschäftigung zu vermitteln“, unterstreicht auch Team-Mitglied Jutta Burgeleit. Und die Lehrerin kann stolz vermelden, dass „rund 80 Prozent unserer Abgänger langfristig in Beschäftigung kommen und so für ihr eigenes Auskommen sorgen können.“ Gelungene Beispiele, dass der Besuch der Förderschule keine Einbahnstraße sei, gäbe es viele. Einer davon ist beispielsweise Julian. Der schnupperte erst bei Malermeister Resch im Rahmen eines Praktikums Betriebsluft und absolviert heute hier seine Berufsausbildung. Hilfreich sind neben einer guten und fruchtbaren Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit aber auch spezielle Berufsbildungsmaßnahmen in den Werkstätten in Iserlohn und Lüdenscheid der Initiative Inab (Ausbildungs- und Beschäftigungsgesellschaft) oder des Berufsbildungszentrums, BBZ. „Wir finden für jeden eine individuelle Möglichkeit, haben jeden ehrlich im Blick, der will“, unterstreicht noch einmal die Schulleiterin. Sie spricht von einer „Schulfamilie“ mit beschützendem Charakter und stellt die These auf: „Unsere Absolventen haben häufig auf dem Arbeitsmarkt sogar bessere Chancen als Hauptschüler.“ Als kleine Schule mit großem Netzwerk sei mit dieser neutralen Prüfung zur „Berufswahlorientieren Schule“ jetzt festgestellt worden: „Am Drescheider Berg werden täglich Zeichen gesetzt. Unsere Schulform kann neben anderen wirklich im Alltag bestehen.“

Von Johannes Bonnekoh

Stichwort:

Berufsorientierte Schule – dieses Siegel darf die Förderschule am Drescheider Berg jetzt bis zum Jahr 2014 führen. Es handelt sich dabei um eine der höchsten Auszeichnungen in Nordrhein-Westfalen, die aus einer Initiative der Bertelsmann-Stiftung entstanden ist. Im Märkischen Kreis sind die agentur mark in Kooperation mit der KNIPS (Kooperation neue Ideen für Schulen) in Hagen und den Wirtschaftsjuroren Hagen/Ennepe-Ruhr sowie dem Kreis Junger Unternehmer aus Iserlohn die Träger des Siegels. 17 Schulen nahmen in diesem Jahr an einem der Auszeichnung vorausgehenden Audit teil – darunter vier Förderschulen.

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