Förderschule: Mit Altena nur Sondierungsgespräche

Sonderpädagogen sorgen in der Förderschule für eine ganz gezielte Förderung der Schüler.

ALTENA – Wie geht es weiter mit den Schulen? Diese Frage stellen sich Eltern, Lehrer und Schüler im ganzen Land – vor allem die der Förderschulen. Die sind von Natur aus klein, durch den Geburtenrückgang werden sie noch kleiner. Mit 93 Schülern sei die Förderschule am Drescheider Berg zwar im Moment noch auf der sicheren Seite, meint deren Schulleiter Dieter Tischhäuser, macht sich ganz grundsätzlich aber doch Gedanken um die Zukunft und findet es bedauerlich, dass eine Entwicklung im Lennetal an Altena völlig vorbeigegangen ist.

In Werdohl nämlich war vor eineinhalb Jahren schon der Punkt erreicht, dass es eng wurde – es gab nur noch etwas über 60 Schüler. Die Bezirksregierung als zuständige Schulaufsicht sah Handlungsbedarf, regte Kooperationen an und lud zu entsprechenden Gesprächen ein. Ergebnis: Die Förderschulen in Werdohl und Plettenberg rücken näher zusammen.

„Wir wären ebenfalls für eine Zusammenarbeit offen gewesen“, betonte gestern Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein, der vor etwa einem Jahr zusammen mit Fachbereichsleiter Willi Beckmerhagen an dem Gespräch mit der Schulaufsicht teilgenommen hat. Es sei aber schnell klar geworden, dass „die Werdohler mit uns nicht wollten“. Ein Grund dafür könnte sein, dass Werdohls neuer Bürgermeister Siegfried Griebsch (SPD) bis zu seiner Wahl im September letzten Jahres Mitarbeiter der Plettenberger Stadtverwaltung war und dementsprechend gute Kontakte bestehen. Hollstein bedauert das – eine Zusammenarbeit mit Werdohl wäre aus Altenaer Sicht „spannend“ gewesen, sagte er. Konkreten Handlungsbedarf sieht der Bürgermeister im Moment nicht: Mit knapp 100 Schülern sei die Förderschule „im Moment in einem ganz normalen Fahrwasser“

Schulleiter Tischhäuser ist irritiert darüber, dass all das an ihm vorbeigelaufen ist: Weder sei er zu dem Gespräch hinzu gezogen worden, noch habe ihn die Stadtverwaltung anschließend über dessen Verlauf informiert. Der Bürgermeister kann diese Kritik nicht nachvollziehen: Es habe lediglich ein, zudem noch eher allgemein gehaltenes Gespräch gegeben – wäre es zu echten Verhandlungen gekommen, hätte man sich „selbstverständlich“ des Sachverstandes des Schulleiters bedient – so Hollstein gestern auf Anfrage.

Altena macht also alleine weiter – so lange das noch geht. „Wir haben die Schule weiter im Focus, auch wenn im Moment kein unmittelbarer Handlungsbedarf besteht“, sagte gestern Christoph Söbbeler, der Pressesprecher der Bezirksregierung.

Tischhäuser sieht all das inzwischen gelassen – er geht Ende des Schuljahres in Pension. Trotzdem verfolgt er mit einigem Interesse eine Neuerung, die seiner Schule zugute käme: Förderschulen sollen sich zu „Kompetenzzentren“ entwickeln, aus denen heraus Lehrern anderer Schulformen Hilfestellung gegeben werden kann. Eine solche übergreifende Arbeit leisteten er und seine 13 Kollegen schon heute, sagte Tischhäuser gestern und wies darauf hin, dass die Schule ja nicht nur auf Schüler mit Lernschwächen, sondern auch auf solche mit sozialen und emotionalen Defiziten spezialisiert sei – und die gebe es inzwischen in jeder Schulform.

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