Für Straßen, Kanäle und Co.

Flutschäden in zweistelliger Millionenhöhe: Altena gibt erste Schätzung ab 

Ganz oben am Hegenscheider Weg ist der Bach normalerweise nur ein Bächlein. In der Unglücksnacht schwoll er so stark an, dass ein großer Krater entstand, in dem ein ganzer Übersee-Container verschwand.
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Ganz oben am Hegenscheider Weg ist der Bach normalerweise nur ein Bächlein. In der Unglücksnacht schwoll er so stark an, dass ein großer Krater entstand, in dem ein ganzer Übersee-Container verschwand.

Eine gewaltige Summe für gewaltige Schäden: Die Stadt Altena hat eine erste Kosten-Schätzung für die Hochwasserschäden abgeben. Sie rechnet mit rund 60 Millionen Euro aus - nur für öffentliche Infrastruktur wie Kanäle und Straßen.

Altena – Auch die Stadt Altena ist der Aufforderung der Bezirksregierung gefolgt und hat eine erste Schätzung über die finanziellen Folgen der Hochwasserkatastrophe nach Arnsberg übermittelt. Dabei ging es allein um Schäden an der kommunalen Infrastruktur, also nicht um beschädigte Firmen oder Privathäuser. Der Stadt sei nach ersten, vorsichtigen Schätzungen ein Schaden in Höhe von auf 60 Millionen Euro entstanden, teilte Bürgermeister Uwe Kober jetzt mit. „Allein 40 Prozent unserer Straßen sind beschädigt“, sagte er am Dienstag.

Hinzu kommen Gebäudeschäden, beispielsweise am Bürgerservice und an der Sekundarschule, und vieles, was der Laie nicht sieht: zum Beispiel beschädigte Bachverrohrungen. Apropos Bäche: „Da müssen wir dringend dran“, sagt Bau-Abteilungsleiter Roland Balkenhol mit Hinweis darauf, dass die Gewässersohlen durch angeschwemmtes Geröll oft ganz erheblich angehoben wurden.

Gefahr: Nettebach fast auf Häuser-Niveau

Der Nettebach zum Beispiel floss bis vor vier Wochen hinter den Wohnhäusern an der Westiger Straße in einem Bett, das zwei Meter tiefer lag als die Grundstücke. Dann wurde so viel Geröll angeschwemmt, dass der Bach fast auf das Niveau der Häuser angehoben wurde und schon jedes kleinere Hochwasser gefährlich werden dürfte.

Deswegen müssen hier, aber auch an vielen Stellen der Rahmede und der Brachtenbeck dringend Bagger her, um die ursprünglichen Profile wieder herzustellen. Erst dann werde man auch sehen, welche Schäden beispielsweise an den Uferbefestigungen entstanden seien, meint Balkenhol.

Straßen: Große Fortschritte bei Reparaturen

Erstaunliche Fortschritte macht die Reparatur der vielen durch das Hochwasser beschädigten Straßen. Das gilt vor allem für die untere Nette. Dort erwies es sich als Glücksfall, dass die Firma Schmidt vor dem Hochwasser mit der Sanierung der Fahrbahn zwischen Nedschroef und Finkernagel beschäftigt war und dafür Spezialmaschinen wie Fräsen und Fertiger vor Ort hatte.

Die Firma Schmidt saniert Fahrbahnschäden in der unteren Nette in Altena.

Die wurden von Straßen NRW kurzerhand abgezogen, um die Schäden im unteren Bereich des Straßenzuges zu reparieren. Das ist praktisch abgeschlossen, die Straße sieht hier sogar besser aus als vorher.

Kostenfrage für Straßensanierungen geklärt

Geklärt sei die Frage, wer die Kosten trägt, berichtet Robert Groppe, der Leiter des Baubetriebshofes. Die Straße gehört dem Land, es existiert aber ein so genannter UI-Vertrag. In dem ist festgelegt, dass die Stadt die Unterhaltung und Instandhaltung von Nette, Rahmede und B 236 im Verlauf der Ortsdurchfahrten übernimmt und dafür eine jährliche Pauschale von 60 000 Euro erhält. „Was jetzt passiert, geht aber deutlich über die normale Instandhaltung hinaus“, sagt Groppe. Deshalb sei unstrittig, dass Straßen NRW die Kosten tragen müsse.

Der Chef des Baubetriebshofs berichtet auch von einer Welle der Hilfsbereitschaft von Baufirmen, anderen Behörden und Landwirten: Sogar die Autobahnmeisterei habe sich bei ihm gemeldet und Hilfe bei den Reparaturarbeiten in Altena und Nachrodt-Wiblingwerde angeboten. Der geballte Einsatz der Helfer hat zur Folge, dass mit Ausnahme der B 236 in Richtung Werdohl praktisch alle Straßen wieder befahrbar sind – teilweise allerdings mit Einschränkungen, zum Beispiel im Bereich der einsturzgefährdeten Firma Duschking.

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