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Flutopfer aus MK lebt mit Sohn (5) seit Monaten auf dem Campingplatz 

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Freut sich riesig über eine 1000 Euro Spende: Danny Schillimat, der mit seinem fünfjährigen Sohn seit dem Hochwasser Mitte Juli auf einem Campingplatz lebt.
Freut sich riesig über eine 1000 Euro Spende: Danny Schillimat, der mit seinem fünfjährigen Sohn seit dem Hochwasser Mitte Juli auf einem Campingplatz lebt. © Christiane Haupt

Das Haus wurde größtenteils geflutet, vieles ist zerstört. Seit Mitte Juli lebt ein Mann aus dem MK mit seinem Sohn (5) auf dem Campingplatz. Und nun kommt der Winter. Hoffnung und Hilfe gibt es nun aus einer Apotheke.

Kauft er einen Bodenbelag oder doch lieber ein Bett? Danny Schillimat weiß noch nicht ganz genau, für was er die 1000 Euro ausgeben wird. „Die Spende hilft mir so sehr“, sagt der junge Mann, der seit der Flutkatastrophe mit seinem Sohn auf einem Campingplatz in Iserlohn wohnt. Bis auf die Zimmer unterm Dach ist in seinem Haus an der Grabenstraße nichts mehr übrig geblieben. Die Not ist groß. Der Altenaer fühlt sich völlig ausgebrannt.

„Aber ich hätte niemals gedacht, dass es so eine Bereitschaft von fremden Menschen gibt, zu helfen“, sagt der 29-Jährige und bedankt sich gerührt bei der Stadt-Apotheke Werdohl. Apotheker Horst Jakobi hatte mit seinem Team eine Spendenaktion für Altenaer Flutopfer ins Leben gerufen. 700 Euro waren von seinen Kunden im Sparschwein gelandet.

Enttäuscht von der Stadt Altena

Horst Jakobi stockte auf 1000 Euro auf und übergab das Geld an Christiane Haupt, die sich in Altena ehrenamtlich mit aller Kraft für die von der Flut am schlimmsten betroffenen Familien einsetzt. Den Kontakt hatte Claudia Scholl geknüpft, die in der Apotheke arbeitet und Christiane Haupt vom Sport kennt. „Danny Schillimat ist ein bisschen weniger im Fokus als andere. Er fragt nicht nach Hilfe, ist unendlich bescheiden“, erzählt Christiane Haupt.

Organisierten in der Stadt-Apotheke Werdohl die Spenden für Danny Schillimat aus Altena: Claudia Scholl, Horst Jakobi und Antje Takacs.
Organisierten in der Stadt-Apotheke Werdohl die Spenden für Danny Schillimat aus Altena: Claudia Scholl, Horst Jakobi und Antje Takacs. © Christiane Haupt

So sehr auch die 1000 Euro ein kleiner Segen für den jungen Mann sind, so sehr ist er auch enttäuscht von der Stadt Altena. Aus dem Spendentopf gibt es für ihn bisher nichts.

Appell an Stadt, Geld auszuzahlen

„Es soll erst das Geld von der Wiederaufbauhilfe kommen“, sagt Danny Schillimat, der die Anträge gestellt hat und jetzt detaillierte Auflistungen und Fotos schicken soll. „Von einem Kühlschrank vielleicht, dem man nicht ansieht, dass er nicht mehr funktioniert?“, fragt sich Danny Schillimat.

Die Zeit verstreicht, der Winter steht vor der Tür. Und die Hilfe kommt bis jetzt nur über kleinere Privataktionen, die aber auch keine Berge versetzen können. „Ich kann nur an die Stadt appellieren, den Menschen das Geld zu geben. Wenn dann Finanzhilfe von Land kommt, können sie das auch zurückzahlen. Aber jetzt muss man doch erst einmal zusehen, dass die Leute wieder ins Leben kommen“, sagt Christiane Haupt.

Sohn empfindet Unterkunft als Zeit als Abenteuer

Unterdessen hofft Danny Schillimat, bald in sein Haus zurückkehren zu können. „Man kann da durchaus wohnen, und es ist besser als eine Obdachlosenunterkunft. Aber im Winter ist es doof auf dem Campingplatz“, erzählt er von kalten Tagen. Nur sein fünfjähriger Sohn findet es abenteuerlich und gar nicht so schlimm.

Danny Schillimat ist alleinerziehender Vater. Und gesundheitlich angeschlagen. Mit 19 Jahren hatte er einen schweren Rollerunfall, bei dem er einen dreifachen Genickbruch erlitt. „Ich hatte Glück, dass sich die Wirbel nicht verschoben haben“, sagt der Altenaer, der auch zehn Jahre nach dem Vorfall noch lange nicht gesund ist.

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