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Elf Millionen Euro für Straßen und Bäche

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Von: Thomas Bender

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Es ist kaum noch was zu sehen von den Verwüstungen, die das Hochwasser im Juli angerichtet hat? Von wegen: Roland Balkenhol zeigte den Mitgliedern des Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr, dass immer noch jede Menge zu tun ist – auch an Stellen, von denen bisher nur wenige wussten. 
Zwei Millionen Euro müssen wahrscheinlich für die Reparatur des Hügelwegs ausgegeben werden. © Birke, Maximilian

Es ist kaum noch was zu sehen von den Verwüstungen, die das Hochwasser im Juli angerichtet hat? Von wegen: Roland Balkenhol zeigte den Mitgliedern des Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr, dass immer noch jede Menge zu tun ist – auch an Stellen, von denen bisher nur wenige wussten.

Altena – Zum Beispiel am Schützenplatz in Evingsen: Dort hat es die Zufahrt zu einem Wohnhaus weggespült, es ist seit Monaten nur noch zu Fuß zu erreichen. 300 000 Euro wird allein die Beseitigung dieses Schadens kosten – und damit gehört er noch zu den kleineren. Für zwei Millionen Euro soll der Hügelweg wieder in einen vernünftigen Zustand versetzt werden, über eine Million Euro müssen jeweils in den Grennigloher Weg und den Steinwinkel gesteckt werden und die Reparatur der Buchholzstraße wird gut 500 000 Euro verschlingen. Insgesamt plane die Stadt, im kommenden Jahr knapp 6,5 Millionen Euro in die Reparatur der durch das Hochwasser beschädigten Straßen zu stecken, erklärte Andreas Kisker, Abteilungsleiter für Planen und Bauen, den Ausschussmitgliedern.

Wer soll das alles bauen?

Die Frage, wer das alles bezahlen soll, war rasch geklärt: Die Stadt hofft, dass der Großteil des Schadens von Bund und Land getragen wird. Ob man aber im kommenden Jahr tatsächlich Planer und die Baufirmen für all diese Maßnahmen finde, das sei dahingestellt, sagte Bürgermeister Uwe Kober im Ausschuss. Roland Balkenhol betonte, dass es länger dauern werde, bis alles erledigt sei: „Wir werden in den kommenden Jahren nicht viel anderes machen als die Beseitigung von Hochwasserschäden“.

Vor diesem Hintergrund hatte die Verwaltung anfangs eher wenig Verständnis für einen Antrag der CDU. Darin heißt es: „Die Verwaltung wird beauftragt, ein mittelfristiges Straßenausbaukonzept zu erstellen, in dem sowohl die durch das Starkregen-/Hochwasserereignis beschädigten als auch die übrigen städtischen Straßen erfasst und bewertet werden“. Die vom Hochwasser beschädigten Straßen würden ohnehin erfasst, das seien 30 bis 50 Prozent aller Straßen, sagte Bürgermeister Uwe Kober. Von dem Rest wisse man natürlich auch, in welchem Zustand sie seien, argumentierte Kisker. Es sei auch klar, wo im kommenden Jahr gearbeitet werde: Schubertstraße, Richtpfad und der Taubenstein würden so saniert, dass die Anwohner an den Kosten beteiligt würden, an der Villenberg- und der Mondhahnstraße sowie an Finkenweg und Hauptstraße stünden größere, aber nicht umlagefähige Reparaturen an (insgesamt 275000 Euro) und 480000 Euro flössen in die Instandhaltung der Brücken. Rund 50 Jahre nach ihrer Fertigstellung sind allein an der Mittleren Brücke Arbeiten für rund 280 000 Euro erforderlich.

Tiefbau liegt seit einem Jahr brach

„Der Tiefbau liegt seit einem Jahr brach“, sagte Balkenhol und meinte damit personelle Probleme in der Abteilung Bauen und Planen, deren einziger Tiefbauingenieur seit einem Jahr krank ist. Schon das mache es schwierig, auf die Forderung der CDU einzugehen. Eine Brücke baute schließlich der Bürgermeister: Wenn in den kommenden Wochen schon etwa die Hälfte der Straßen auf Hochwasserschäden untersucht werde, dann sei es sicherlich möglich, den Rest in den Monaten danach auch noch unter die Lupe zu nehmen und zu beurteilen, sagte Uwe Kober. Der CDU-Antrag wurde deshalb angenommen, nur SDA-Vertreter Matthias Bergfeld stimmte dagegen.

Völlig neues Bachbett

Nicht nur die Straßen haben gelitten: Balkenhol zeigte Fotos vom Brachtenbecker Bach, der sich streckenweise ein völlig neues Bett gegraben hat. „Da sieht man jetzt auch, wo das ganze Geröll hergekommen ist“, sagte er angesichts zwei Meter tiefer Rinnen, die das Wasser in einen ehemaligen Forstweg gerissen hat. Bei den Gewässern sei jetzt auch zu überlegen, wie das Geröll zukünftig schon oberhalb der Bebauung zurückgehalten werden könne, sagte der Planer, der gerade mit einem Ingenieurbüro an entsprechenden Plänen für die Brachtenbeck und deren Nebenbächen arbeitet. Auch das kostet viel Geld: Für die Beseitigung von Hochwasserschäden an Gewässern stehen fünf Millionen Euro im Bauetat für 2022, der vom Ausschuss ohne Gegenstimme verabschiedet wurde.

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