Caritas und Stadt unterstützen

Fluthilfe, Wiederaufbau, seelische Last: Altenaer bekommen Hilfe vor Ort

flut maerkischer kreis
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Viele Altenaer haben bei der Flut vieles verloren. Nun bekommen sie Fluthilfe vom Staat - und weiterhin Unterstützung vor Ort.

Jetzt läuft sie an, die große Hilfe für die Opfer der Flut: Ab Freitag (17. September) kann das Geld vom Staat beantragt werden. Doch nicht nur dabei helden Stadt und Caritas den schwer getroffenen Altenaern.

Altena – Mindestens 13 000 Euro pro Haushalt fließen, wenn sämtlicher Hausrat zerstört worden ist. An den Kosten für den Wiederaufbau oder die Reparatur beschädigter Gebäude beteiligen sich Land und Bund mit bis zu 80 Prozent. Wichtig und eigentlich auch selbstverständlich: Bezuschusst wird nur der Betrag, der nach Abzug von Soforthilfen, Spenden und Versicherungsentschädigungen übrig bleibt.

Die Fluthilfe muss online beantragt werden, das entsprechende Portal wird am Freitag, 17. September, freigeschaltet. Bis dahin wird geschult: Sowohl die Stadt als auch die Caritas haben Mitarbeiter für Onlineseminare angemeldet, bei denen das Prozedere in den kommenden Tagen vorgestellt wird. Auch Bürgermeister Uwe Kober macht mit: „Ich werde ja jetzt schon immer wieder danach gefragt“, sagt er.

Sprechstunden im Apollo-Kino als Anlaufpunkt

Wichtige Ansprechpartnerinnen für die Antragsteller werden Anke Moll und Cornelia Arndt sein, die sich ebenfalls schulen lassen. Die beiden Sozialarbeiterinnen der Caritas bieten seit fünf Wochen regelmäßige Sprechstunden im Apollo-Kino an. Das liegt in einem der Epizentren der Flut, gerade im Bereich Grabenstraße ist vieles zerstört worden.

„Bei den Anfragen geht es um den ganzen Strauß: Bautrockner, Sachverständige, Finanzierungen“, sagt Stefan Hesse, der Vorsitzende des Caritasverbandes. „Auch das eine oder andere persönliche Problem wurde an die beiden Sozialarbeiterinnen herangetragen“, berichtet deren Chef.

Sprechstunde: Termin vorab ausmachen

Wenn nötig, werde auf psychosoziale Hilfsangebote hingewiesen. Seine Mitarbeiterinnen versuchten aber auch dann entsprechende Kontakte herzustellen, wenn es um Baufragen gehe. Feinschliff ist nach Hesses Angaben noch nötig, was die Beratungszeiten angeht. Er empfiehlt, vor einem Besuch auf die Homepage www.caritas-luedenscheid.de zu schauen oder telefonisch einen Termin zu vereinbaren.

Rein formal hat die Stadt mit dem Antragsverfahren erst einmal nichts zu tun. „Aber die Anfragen werden natürlich kommen“, sagt Kober. Deshalb müsse man im Rathaus vorbereitet sein.. „Irgendwer wird die Schäden ja auch begutachten müssen, nachdem die Anträge gestellt worden sind“, glaubt der Verwaltungschef und berichtet, dass der Kreis einmal mehr Unterstützung angeboten habe, worüber er natürlich sehr dankbar sei. „Das wird viel Arbeit“, ahnt er und ist dankbar, dass die Stadt sich „nur“ um die Privaten kümmern muss. Geschädigte Firmen können zwar auch staatliche Hilfen beantragen, das läuft aber über die Kammern.

Zuschuss für Kosten für Planer und Gutachter

Privatleute bekommen zum einen Geld für verloren gegangenen Hausrat: 13 000 Euro für einen Single-Haushalt, 8500 Euro für den Partner und 3500 Euro für jedes weitere Familienmitglied. 80 Prozent Zuschuss gibt es nicht nur für anderweitig nicht gedeckte Gebäudeschäden: Auch Abriss- und Aufräumarbeiten sowie die Kosten für Gutachten und Planer werden bezuschusst sowie die Beseitigung von Schäden an den Bachläufen – ein nicht zu vernachlässigender Punkt, weil viele private Brücken in den Nebentälern nicht mehr befahren werden dürfen.

Anträge sind ab Freitag, 17. September, möglich. Kober und Hesse raten dazu, dabei die örtlichen Hilfsangebot zu nutzen. Man kann sich aber auch an ein Servicetelefon wenden. Es ist ab sofort montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 10 bis 16 Uhr unter 02 11/46 84 49 94 zu erreichen.

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