Den Flügel in Szene setzen

Die kkw-Architekten stellen Holtzbrinck-Pläne vor

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 Michaela und Linus Wortmann öffneten den Mitgliedern des Stadtentwicklungsausschusses die Augen als sie betonten, dass sich vieles in der Burg Holtzbrinck verändern muss.

Altena - Wohin mit den Stühlen? Dieses Problem ist in der Burg Holtzbrinck nie richtig gelöst worden – mit der Folge, dass sich Stapelstühle und der Flügel einen Erker des großen Saales teilen müssen.

Das ist schon so, seit die Burg Holtzbrinck vor 40 Jahren zur Begegnungsstätte umgebaut wurde. Dass es ziemlich seltsam aussieht, erkannten die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung aber erst, nachdem Linus und Michaela Wortmann sie deutlich darauf hinwiesen. Die beiden Lüdenscheider Architekten (Büro kkw) haben den Auftrag, die Burg Holtzbrinck so umzubauen, dass sie vielfältiger genutzt werden kann.

Eine moderne Veranstaltungstechnik einbauen, die vorhandene Lüftungsanlage reaktivieren, das Parkett aufarbeiten – es wird sich nicht viel ändern am Georg-von-Holtzbrinck-Saal. Mit Ausnahme des Erkers: Der wird durch eine Glaswand abgeteilt, dahinter steht demnächst nur der Flügel. Er wird durch eine Beleuchtung in Szene gesetzt, außerdem wird für ein ihm zuträglicheres Raumklima gesorgt – derzeit muss das wertvolle Instrument viel zu oft gestimmt werden. In erster Linie gehe es darum, die Funktionalität des Gebäudes zu verbessern, erklärte Michaela Wortmann den Kommunalpolitikern. Dazu gehört auch, dass die Eingangssituation überarbeitet wird. 

Die Ausschussmitglieder in der ehemaligen Hausmeisterwohnung. Dort werden Funktionsbereiche wie zum Beispiel Lagerräume geschaffen.

Der Haupteingang wird demnächst auf der Gartenseite sein, dort wird auch eine Rampe gebaut – es sei angesichts des demografischen Wandels ein Gebot der Stunde, bei solchen Umbauten auf Barrierearmut zu achten, erklärte die Architektin. Deshalb kommt ins vorhandene Treppenhaus zusätzlich auch ein Aufzug. An eine Behindertentoilette hatte keiner gedacht, als die Stadt die Burg Holtzbrinck zum ersten Mal umbauen ließ – sie kam erst später und nahm Platz weg, der dann für andere Dinge fehlte. Weil die Behindertentoilette deshalb auch als Lager für den Reinigungsdienst genutzt werde, sei sie praktisch nicht zu nutzen, verriet Michaela Wortmann – Neues vom Stillen Örtchen sozusagen. Dass sich all das ändern kann, liegt daran, dass die Hausmeisterwohnung aufgegeben wurde – das schafft Platz für „Funktionsräume“ und einen WC-Trakt, der deutlich größer sein wird als der bisherige – zwei Damentoiletten sind bei größeren Veranstaltungen schließlich etwas dürftig.

Die Denkmalpflege hat bereits grünes Licht gegeben für die einzige gravierende Veränderung an der Fassade: Dort, wo jetzt noch die Toiletten sind, wird nach dem Umbau für das Catering gesorgt. Damit die Anlieferung erleichtert wird, bekommt dieser Bereich eine Tür zur Kirchstraße.

Nach richtig alter Bausubstanz sucht man meist vergebens. Diese Wand zum Beispiel ist nicht aus Bruchstein, sondern in den 1970-er Jahren aus Kalksandstein errichtet worden.

Der Bereich dahinter wird nicht nur zur Zubereitung von Speisen genutzt: Auch ein Büffet lässt sich dort aufbauen – es sei dort sicher besser untergebracht als inmitten einer Festgesellschaft, in der die Luft mit der Zeit ja nicht die beste sei, argumentierte die Architektin. Es ist durchaus erwünscht, dass die „Bürgerburg“ nach dem Umbau auch für größere und private Feiern genutzt wird. Dazu werde es auch eine Gebührenordnung geben, kündigte der Bürgermeister an. 

Dr. Andreas Hollstein berichtete, dass das Gebäude Monat für Monat um die 12 000 Euro Bewirtschaftungskosten verschlinge. Mit dem Umbau soll das Stadtsäckel auf zweierlei Weise entlastet werden: Durch höhere Einnahmen und durch Einsparungen. Unter anderem sollen der Einbau einer neuen Heizungsanlage und LED-Lampen dafür sorgen, dass die laufenden Kosten gesenkt werden. Neue Möbel gibt es natürlich auch – neulich erst war während Karsten Wolfewicz’ Garten der Geschichte ein Stuhl unter einem (normalgewichtigen) Zuschauer zusammen gebrochen. Vorschläge zur Möblierung werde sie später machen, kündigte Andrea Wortmann an.

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