Decken rausreißen macht Spaß

Flüchtlinge leisten Vorarbeiten in Wohnung

Omid (l.) und Naser montieren die Leuchten ab, um anschließend die Decke rausreißen zu können.  Foto: Reichelt

Altena - Leuchten abmontieren und Decken rausreißen – einige Flüchtlinge können endlich mit anpacken. Gemeinsam mit Kümmerer Detlef Rudewig leisten Jawed, Omid und Naser die Vorarbeiten in der Wohnung im Haus Lennestraße 83.

Seit rund einem Jahr sind sie in Altena zuhause und haben nun die Möglichkeit, gemeinnützig zu arbeiten. Unterhalten können sie sich inzwischen auf deutsch. „Zu Beginn der Arbeiten Mitte Dezember halfen rund elf Flüchtlinge“, so Rudewig. Aber inzwischen stehe man sich nur im Weg. Manche Zimmer der Wohnung seien klein. Da würden drei bis vier Arbeiter reichen.

Früher befand sich die Buchdruckerei Trippe in dem Gebäude, bis 2011 führte Margret Trippe im Erdgeschoss ein Buch- und Schreibwarengeschäft. Nun sollen die Wohnräume komplett in den Obergeschossen renoviert werden.

„Das Haus gehört dem Verein für Bürgerschaftliches Engagement“, weiß Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein. „Wir erproben Arbeitsmöglichkeiten“, erklärt er. „Die Flüchtlinge wollen arbeiten.“ Jawed, Omid und Naser stellen sich gut an, weiß Detlef Rudewig. „Sehr viel Spaß“ mache ihnen die Arbeit, so Naser. „Es ist besser für sie, etwas zu tun zu haben als zuhause zu sitzen“, sagt der Kümmerer. „So haben sie das Gefühl, gebraucht zu werden.“

Detlef Rudewig weiß, dass die Arbeit in der Wohnung keine leichte Aufgabe ist: „Das Rausreißen der Decken macht schon viel Staub und Dreck. Das will auch nicht jeder machen.“ Doch die drei Männer seien sehr hilfsbereit. „Die Flüchtlinge machen die Arbeit auch auf freiwilliger Basis“, so der Bürgermeister. Die fertige Wohnung in der Lennestraße solle dann für eine Flüchtlingsfamilie zur Verfügung stehen.

Als nächstes werden Container bereitgestellt. „Dafür nehmen wir eine Rutsche, auf der wir den Bauschutt aus der Wohnung nach unten in den Container befördern können“, weiß Rudewig. Die Holzstreben aus den Decken liegen schon neben dem Haus zum Entsorgen bereit. „Wir versuchen, jeden Tag eine Zimmerdecke rauszureißen.“

„Wir wollen solche Projekte mehr und häufiger machen“, erklärt Dr. Hollstein. Der erste Versuch an der Lennestraße 83 sei gut angekommen. „Es läuft super.“ Ziel seien mehr Projekte, bei denen sowohl die Flüchtlinge als auch die Stadt einen Benefit von haben. „Ich könnte mir beispielsweise einen Einsatz der Flüchtlinge auf dem Baubetriebshof vorstellen“, so Dr. Hollstein.

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