Fliegergemeinschaft pflegt mit der Schlipsparade eine launige Weihnachtstradition

SOS auf dem Hegenscheid: Schlips, Oberhemd und Socken

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Bei der Schlipsparade machen heutzutage auch Frauen und Kinder mit, wenn sich die Fliegergemeinschaft zum weihnachtlichen Kehraus auf dem Hegenscheid trifft. Die Männer suchen sich natürlich die extravaganten Modelle aus.

Altena - SOS bedeutet in der Fliegergemeinschaft Hegenscheid nicht, dass ein Pilot in Not geraten ist. Diese Abkürzung steht für Schlips, Oberhemd und Socken, die über viele Jahre typische Männergeschenke zum Weihnachtsfest waren. Iserlohner Sportflieger hatten sich deshalb einen Spaß daraus gemacht, am zweiten Weihnachtstag eine Schlipsparade zu veranstalten und die neusten Binder auszuführen.

 Diese Tradition haben sie mitgebracht, als sie 1967 in den Luftsportverein Hegenscheid wechselten. Davon trennen will sich bis heute keiner mehr. Und obwohl die Krawatte längst nicht mehr das Weihnachtsgeschenk der ersten Wahl für die Herren ist, kommen jedes Jahr sogar neue Schlipse dazu. Familie Freissler hat bunte Modelle gebastelt - auch an Frauen und Kindern sind die Schlipse aus glänzendem Papier zu entdecken. Die jüngsten Mitglieder der Fliegergemeinschaft schwirren mit Zollstock und einer Bewertungskarte aus: Länge, Breite, Design, Abstand zum Hosenbund, Knoten - alles wird bewertet.

Der Sieger der Schlipsparade bekommt einen formschönen Wanderpreis - das ist ein dekorativer Elch, der schon durch viele Haushalte gewandert ist. „Wir Altenaer kannten das nicht“, erklärt Manfred Weiß. Der 74-Jährige war 1956 in die Fliegergemeinschaft vom Hegenscheid eingetreten. Als 1967/68 die Iserlohner Piloten ihren Flugplatz in Deilinghofen verloren hatten, beschlossen sie und die Altenaer die Gründung des Luftsportvereins Hegenscheid inmitten des Grenzgebiets beider Kommunen. „Und die Schlipsparade haben wir natürlich behalten!“ erklärt Manfred Weiß lachend. Mit Eröffnung der vereinseigenen Gaststätte Windsack in den 60er Jahren wurde das Treffen am zweiten Weihnachtsfeiertag natürlich besonders komfortabel.

Die kleine Auszeit von Feststress und Besinnlichkeit fand bei einem leckeren Mittagessen und dem ein oder anderen Kaltgetränk statt. „Und natürlich wurden die neuen Schlipse, Oberhemden und Socken ausgeführt - unser SOS!“ In fröhlicher Runde ließ sich die Fülle an solch besonders praktischen Geschenken leicht verschmerzen. „Außerdem war das weihnachtliche Treffen von jeher eine tolle Gelegenheit, über das Fliegerjahr zu sprechen und neue Pläne fürs nächste Jahr zu schmieden.“

Das ist natürlich noch heute so und Manfred Weiß ist schwer begeistert darüber, wie es in 2018 gelaufen ist: Über 30000 Kilometer wurden zurückgelegt und auch ein dritter Platz bei der Kunstflieger-Weltmeisterschaft kam in Altena an. „Das war schon ein enorm erfolgreiches Jahr. Wir hoffen natürlich, dass es 2019 so toll weiter läuft!“ In der Flugzeughalle stehen bereits jetzt sämtliche Geräte startklar bereit. In Jahren mit besonders günstigen Wetterverhältnissen kann der Flugbetrieb bereits im Februar wieder aufgenommen werden. Richtig los geht es meist in Richtung März/April. „Wir halten immer nach den Kranichen Ausschau. Wenn die zurückkommen, wird das Wetter gut und wir können damit rechnen, abheben zu können“, ergänzt Werner Freissler.

Martin Schröder lädt jeden Interessenten dazu ein, einfach mal vorbei zu schauen. „Man kann hier oben alles von der Pike auf lernen. Wir haben tolle Fluglehrer, die sich um die Ausbildung kümmern und in der Werkstatt lernt man alles rund um die Pflege der Flugzeuge. Dazu kommt noch unsere tolle Gemeinschaft. Es macht viel Spaß hier!“ Flugschüler zahlen bis zum Erhalt ihrer Segelfluglizenz 59 Euro im Monat. In der Pauschale sind eine Windenstart-Flatrate, alle Fluggebühren inklusive der Landegebühren, die theoretische und praktische Ausbildung und 30 Minuten Flugzeugschlepp/Jahr enthalten. Es gibt auch eine Schnuppermitgliedschaft.

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