Mit flammender Predigt und Lachsalven

Das Jubiläum war eine Veranstaltung für alle Generationen.

ALTENA ▪ 125 Jahre Kolpingsfamilie Altena. Das war ein Grund, um zu feiern. Und daher lud die Kolpingsfamilie ein, am Sonntag gemeinsam mit allen geladenen Gästen und den Mitgliedern der Großpfarrei St. Matthäus das Jubiläum zu begehen.

Am 18. August 1885 hatte Pfarrer Josef Cramer aus Altena die Kolpingsfamlie gegründet. Vorausgegangen war jedoch eine Initiative Adolf Kolpings, der bereits im Jahr 1864 einen Gesellen-verein gründete, aus dem die spätere Kolpingsfamilie hervorgehen sollte. Hintergrund der Überlegungen Kolpings war, Junggesellen und alleinstehende Männer fester an die Kirche zu binden und ihnen damit größeren Halt zu geben.

In der Anfangszeit traten der Vereinigung tatsächlich nur Handwerkergesellen bei. In der Folgezeit änderte sich dies jedoch. Die Möglichkeit des Betritts war auch für Mitglieder anderer Berufssparten möglich. Bereits zehn Jahre nach Gründung der Altenaer Kolpingsfamilie entstand der Männerchor. „Der war noch bis vor einigen Jahren das Aushängeschild unserer Vereinigung“, erklärte Vorsitzender Stefan Kemper, bereits seit 18 Jahren im Amt. Man habe die Kolpingsfamilie ausschließlich auf ihren Chor reduziert.

Mittlerweile sei dies jedoch anders geworden. Denn die Kolpingsfamilie sei als solche wesentlich präsenter als zuvor. Im Vordergrund stehe zwar nach wie vor die kirchliche und soziale Arbeit, aber auch die politische Diskussion sei nun ein Teil der Arbeit der Institution geworden. Kemper wies auch darauf hin, dass es nicht zu leugnen sei, dass sowohl die katholische Kirche wie auch die Pfarrei St. Matthäus mit Sorgen zu kämpfen hätten. Aber es sei doch, so Kemper weiter, die richtige Zeit, um zu feiern. Man müsse den Mut haben, „den Tag, der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbinden soll“, auch fröhlich miteinander zu begehen.

Darüber hinaus sei beabsichtigt, das Kirchenleben innerhalb der Gemeinde künftig in größerem Maße mitzugestalten. Der in der Tat recht unterhaltsamen Veranstaltung, der weit über 100 Gäste –unter anderem auch aus Politik und kirchlichen Verbänden – beiwohnten, ging ein Gottesdienst voraus. Innerhalb der Messe hielt Weihbischof Franz Grave eine – wie Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein es ausdrückte – „flammende“ Predigt, deren Inhalt sich mit einem besseren Verständnis zwischen Kirche und Bürgerschaft auseinander setzte.

Für beste Stimmung indes sorgte Ulrike Böhmer aus Iserlohn. Als „Frau Schalweski“ aus Dortmund-Eving betrat sie den Pfarrsaal. „Welchem Bistum gehört ihr eigentlich an?,“ war ihre erste Frage an das Publikum. „Essen“, wurde gleich mehrfach gerufen. Ein „qequälter“ Gesichtsausdruck Böhmers war die Folge. „Ich gehör ja bei Paderborn bei, und da gehded richtig rund, woll?“ Böhmer ließ in ihrem Vortrag kein kirchliches Fettnäpfen aus, in das man überhaupt treten konnte und erhielt dafür von den begeisterten Zuhörern zum Teil heftigen Applaus. Auch für das leibliche Wohl hatte die Kolpingsfamilie gesorgt. Dem angebotenen Imbiss wurde reichlich zugesprochen. Auch Kaffee und Kuchen waren gefragt. Kemper zeigte sich mit dem Verlauf der Veranstaltung mehr als zufrieden. Die Anzahl der Gäste, die dem Fest beiwohnten, gab ihm dabei wohl recht. ▪ hb

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare