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Folgen in Fitnessstudios deutlich zu spüren

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Von: Hildegard Goor-Schotten

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Gähnende Leere in der Fitness-Factory. © Goor-Schotten, Hilde

Die gute Laune ist Mehmet Deniz im Urlaub wohl vergangen. Der Betreiber der Fitness-Factory am Stapel ist gerade nicht selbst in Altena, um die neuen Corona-Regelungen umzusetzen. Seit Dienstag gilt für Sport in Innenräumen und damit auch im Fitness-Studio: 2G plus Testnachweis.

Mehmets Bruder Metin hält im Studio die Stellung. Allzu viel hat er nicht zu tun – zumindest nicht, wenn es um das Training geht. „Die neue Regel kommt gar nicht gut an bei den Kunden“, stellt er fest. Am Dienstagmorgen war gar nichts los, abends wurde es dann voller; auch am Mittwoch blieb die Besucherzahl überschaubar. „Viele rufen an und fragen nach“, berichtet Metin Deniz: „Sie haben sich ja alle schon impfen lassen, auch um zum Sport gehen zu können. Jetzt noch jedes Mal testen – da vergeht vielen die Lust.“ Eine erste Kündigung hat es am Mittwochmorgen schon gegeben – mit ausdrücklichem Hinweis auf die Testpflicht.

Mitglieder sind genervt

Auch die Mitglieder, die da sind, sind genervt. „Wir haben doch alles gemacht, um mehr Freiheiten zu haben. Einmal, zweimal, dreimal impfen“, schimpft ein junger Mann: „Jetzt noch testen. Aber warum muss ich dann auch noch eine Maske tragen zwischen den Geräten. Warum ist jedes zweite Gerät gesperrt? Das macht doch alles keinen Sinn.“ Viermal in der Woche ist er im Studio – ob er weiter so häufig kommt, wenn er jetzt jedes Mal vorher zum Test muss, weiß er noch nicht. Auch die Sportlerin auf dem Laufband wird wohl weniger trainieren: „Wenn ich nächste Woche wieder arbeite, habe ich vermutlich keine Zeit, immer zum Testen zu gehen. Vor allem, wenn man dann auch noch Schlange stehen muss.“ Ein neuer Kunde muss wieder gehen. Einen Testnachweis hatte er nicht dabei, erkundigt sich nach dem nächsten Testzentrum. Ob er wieder kommt?

Wenn das die nächsten Monate so weitergeht, dann wird es ein großes Problem.

Metin Deniz

Gerade zum Jahresanfang starten normalerweise viele Menschen mit guten Vorsätzen im Fitnessstudio. „Das werden jetzt wohl erstmal weniger sein“, vermutet Metin Deniz. Er bedauert auch, dass viele ältere Menschen, die etwas für ihre Gesundheit machen wollen und sollen, wegbleiben. Dabei hat sein Bruder, der seit 2018 das Studio betreibt und im vergangenen Jahr monatelang schließen musste, alles getan, um das Training zu ermöglichen. Es gibt Luftfilter, am Eingang werden die Hände desinfiziert und Temperatur gemessen, die Hälfte der Geräte ist gesperrt, jedes Gerät wird nach der Nutzung desinfiziert, Kurse finden vorerst nicht statt. „Wenn das die nächsten Monate so weitergeht, dann wird es ein großes Problem.“

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