Firmen aus der damaligen Arbeitsgemeinschaft haben Klage eingereicht

Krach um den Burgaufzug

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Ein Foto aus der Bauphase des Aufzugs.

Altena – Fünf Jahre nach der Eröffnung des Burgaufzugs gibt es immer noch Ärger um die Handwerkerrechnungen und die Bauausführung: Die Arbeitsgemeinschaft „ARGE Burg Altena“ von zwei der beteiligten Firmen hat beim Landgericht Hagen Klage gegen die Stadt Altena eingereicht. Das bestätigte der Pressesprecher des Landgerichts auf Nachfrage des AK.

 Um welche Firmen handelt es sich dabei? Nach eigenen Angaben gehört Deilmann-Haniel, ein Spezialunternehmen und Dienstleister für den Bergbau und den Tunnelbau mit Hauptsitz in Dortmund, „zu den weltweit führenden Schachtbauunternehmen“. Die Feldhaus Bergbau GmbH mit Hauptsitz in Schmallenberg ist in den Bereichen Bergbau, Ingenieurbau, Bauunternehmung sowie Tief- und Montagebau tätig. Die Gesamtforderung der beiden Firmen liegt laut Aktenlage bei 500 000 Euro. Nach Angaben der Kläger gab es eine pauschale Vereinbarung über die gleiche Summe für Maurer-, Stahlbeton- und Spritzbetonarbeiten im Zusammenhang mit den bergbautechnischen Arbeiten vor dem Einbau des Burgaufzugs. Nach Angaben der Kläger kürzte die Stadt Altena die vereinbarte Summe um 60000 Euro, weil sich herausgestellt hatte, dass sich der horizontale Vortrieb in den Burgberg durch den vorhandenen Zugangsstollen zu einer Luftschutzanlage erheblich erleichterte. Die Stadt ging davon aus, dass bei den Schacht- und Teufarbeiten statt der pauschal vereinbarten 955 nur 877 Kubikmeter ausgebrochen werden mussten. Die Differenz von 78 Kubikmetern soll Anlass für die Kürzung der Rechnung gewesen sein. Teilweise akzeptierten die Kläger diese Kürzung „aus ökonomischen Gründen“, wie es heißt: Teil der Klage sind aber Forderungen in Höhe von insgesamt 27600 Euro für den Aushub und die Entsorgung von 45 dieser 78 Kubikmeter. Das erklärt aber nicht die hohe Gesamtforderung von 500000 Euro. Nach Angaben der Kläger hat die Stadt Altena von dem ihrerseits auf gut 440000 Euro gekürzten Zahlbetrag bisher lediglich einen Abschlag von 238000 Euro bezahlt. Über die Differenz von knapp 203000 Euro hinaus fordern die Kläger die Zahlung von 27600 Euro für die strittigen 45 Kubikmeter. Dazu kommen jährliche Verzugszinsen seit dem 27. Februar 2016 in Höhe von acht Prozent über dem Basiszins der EZB. Hintergrund der angeblich zögerlichen Zahlungen der Stadt Altena sind möglicherweise Gegenforderungen, weil die Stadt einen Zusatzaufwand für die Arbeit weiterer Firmen in Höhe von 31000 Euro geltend macht. Außerdem habe die Stadt 26800 Euro für ergänzende Ingenieurleistungen bezahlen müssen. Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein wies die Forderungen der Kläger im Gespräch mit unserer Zeitung zurück: „Die Forderung der ARGE ist aus unserer Sicht unberechtigt. Es gibt ein Gutachten eines gerichtlich bestellten Gutachters, der Ursachen für eine Undichtigkeit im Aufzug klären muss. Davon hängt aus unserer Sicht auch ab, wer da eventuell Forderungen hat.“

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