Andreas Pinkwart zu Gast bei Firma Schmale

NRW-Wirtschaftsminister erlebt Überraschungen bei Unternehmen im MK: "Unglaublich"

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FDP-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (Mitte) schaut sich die Firma an.

"Unglaublich": Das Wort nutzte Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) mehrfach beim Besuch eines Unternehmens im MK. Er erlebte Überraschungen - gute und schlechte.

Altena - „Unglaublich.“ Öfter als ein Dutzend Mal entfuhr NRWs Wirtschafts-und Innovationsminister Andreas Pinkwart (FDP) dieses Wort, als er jetzt die Firma Schmale besuchte. Zum Beispiel beim Anblick der neuesten Entwicklung der Dahler Maschinenbauer: Sie haben eine Anlage ersonnen, die mindestens viermal schneller arbeitet als die schnellsten Maschinen der Konkurrenz. 

280 Umformprozesse pro Minute sind möglich, nachdem die Konstrukteure die Materialführung ihres – noch deutlich schnelleren – Speedmax in die „Standartmaschine“ X 2000 NC implementiert hatten. 

Eigentlich wollte die Firma diese Neuigkeit bei den „Technologietagen“ parallel zur Drahtmesse Wire zeigen, aber die fiel dem Coronavirus zum Opfer und soll nun erst im Dezember stattfinden. Inzwischen haben sich aber schon die ersten Interessenten angemeldet. 

Türen jedes BMW werden auf Schmale-Maschinen hergestellt

Mit „unglaublich“ kommentierte Pinkwart auch die Tatsache, dass ein Teil für die Türen jedes BMW, der weltweit produziert wird, ausschließlich auf Maschinen der Firma Schmale hergestellt werden, und zwar von einem anderen Unternehmen im Märkischen Kreis. „Da haben Leute vom BMW-Vorstand hier gesessen und mit uns zusammen darüber nachgedacht, wie man das besser machen kann“, schildert Schmale-Vertriebsleiter Andreas Goseberg. 

So lief der Besuch des Wirtschaftsministers bei Schmale in Dahle

Was vorher mehrere Arbeitsschritte auf verschiedenen Anlagen erforderte, erledigt eine Maschine von Schmale jetzt in einem Rutsch. „Wir sind darauf fokussiert, deutsche Firmen mit unseren Anlagen so fit zu machen, dass sie die bestmögliche Wertschöpfung erzielen und so mit Niedriglohnländern mithalten können“, erklärte Goseberg. 

Ohne Maske kommt keiner rein

Der Exportanteil ist deshalb mit 20 Prozent eher niedrig. Allerdings baut das Unternehmen gerade in den USA ein Zweigwerk auf. Der Pinkwart-Besuch war bereits vor der Corona-Krise verabredet worden und stand zwischendurch auf der Kippe. Dann kam er doch – und es galt für ihn und seine Begleiter wie Landtags-Vizepäsidentin Angela Freimuth (FDP) und CDU-Landtagsabgeordneter Thorsten Schick Maskenpflicht. 

Ohne Mund- und Nasenschutz kommt nämlich keiner rein in die Schmale-Hallen an der Altenaer Straße. Juniorchef Andreas Schmale erklärte am Rande des Besuchs, was das Unternehmen sonst noch tut zum Schutz der Mitarbeiter: In der Produktion können sie zeitversetzt arbeiten, die Konstrukteure haben die Möglichkeit, zuhause zu arbeiten. 

Damit kam die Rede auf ein Problem, das die Firma schon seit Jahren umtreibt: Die an diesem Standort besonders schlechte Internetverbindung. Sie sei ein echter Wettbewerbsnachteil, machte Goseberg deutlich: Wer eine Maschine von Schmale kauft, der wolle auch wissen, was im Falle eines Defektes passiert. 

Wettbewerbsnachteil: Langsames Internet

Üblich sei, dass die Servicetechniker der Firma zunächst einmal per Fernwartung nach dem Rechten sehen. Auch deshalb interessierten sich potenzielle Kunden meist dafür, wie stabil die Internetverbindung sei. Dass sie das eben nicht ist, merke man gerade jetzt, wo eine Reihe von Schmale-Konstrukteuren zuhause arbeiten und von dort aus auf die Firmen-IT zugreifen, schilderte Seniorchef Siegfried Schmale: „Bestimmte Sachen macht man besser abends, sonst geht das System in die Knie.“ 

Deshalb wartet die Firma sehnsüchtig darauf, dass endlich das Glasfaserkabel kommt – die Leerrohre dafür liegen schon in der Altenaer Straße. 

Mit Corona kommt das Unternehmen bislang noch gut zurecht, schilderte Andreas Schmale: „Wir haben noch zu tun.“ Es ist sogar eine Stelle ausgeschrieben, und zwar eine ganz besondere: Das Unternehmen sucht einen Wirtschaftsingenieur, der sich als Fördermittelbeauftragter um Zuschüsse von Bund, Land und EU kümmern soll. Sie alle fördern besonders innovative Projekte. 

Die Beantragung der Gelder sei aber so arbeitsintensiv, dass sie eine echte Belastung darstelle, schilderten die Schmale-Mitarbeiter dem Minister und gaben ihm noch einen weiteren Hinweis mit auf den Weg: Die Nähe zu den Fachhochschulen in Iserlohn und Hagen ist für die Firma ein wichtiger Standortfaktor.

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